Unterengstringen

Im Sommer 2020 soll mehr Platz da sein: 4 Millionen Franken für Schulhaus-Anbau

Über die Erweiterung des Schulhauses Büel A werden die Stimmberechtigten am 23. September befinden.

Über die Erweiterung des Schulhauses Büel A werden die Stimmberechtigten am 23. September befinden.

Am Mittwochabend wurde an der Gemeindeversammlung Unterengstringen über den Schulhaus-Anbau beraten.

«Ich habe jetzt eineinhalb Stunden Zeit, um ihnen die Rechnung zu präsentieren», sagte Finanzvorstand Marcel Balmer (SVP) und löste Gelächter im Unterengstringer Gemeindesaal aus. Bereits um 21 Uhr war an diesem Mittwoch das letzte Geschäft der Gemeindeversammlung dran. Dabei hatte Gemeindepräsident René Rey (FDP) bereits zu Beginn angekündigt, dass es wegen der vielen Themen spät werden könnte.

Das wichtigste, die Erweiterung des Schulhauses Büel A, wurde im Rahmen einer vorberatenden Versammlung vorgestellt. Der Annexbau aus Holz und Beton ermögliche eine ökologische Bauweise und verkürze die Bauzeit, weil viele Bauteile bereits vorgefertigt werden könnten, sagte Schulpfleger Marcel Blum (SVP). Die Erweiterung schliesst direkt an einen bestehenden Korridor an, der bisher nur einseitig erschlossen ist. Ein über die drei Stockwerke durchgehender Lichthof soll dafür sorgen, dass dem Korridor trotz wegfallender Fenster eine gewisse Helligkeit erhalten bleibt. Zusätzlich zum Anbau werden im bestehenden dreistöckigen Gebäude die Sanitäranlagen komplett erneuert, ein separater Putzraum für den Hausdienst erstellt sowie die elektrischen Installationen, wo erforderlich, erneuert. Dank eines Lifts im Neubauteil ist das ganze Gebäude künftig rollstuhlgängig.

Baustart im Juli 2019 vorgesehen

Für das gesamte Projekt budgetiert die Gemeinde 4,125 Millionen Franken. Die Arbeiten sollen im Juli 2019 starten und bis zum Sommer 2020 fertig sein. Immer wieder betonte Blum, wie effizient und gut geplant das Projekt sei. Die Abstimmung findet am 23. September statt. Auch die wenigen kritischen Stimmen betonten, dass sie das Projekt an sich gut fänden. Eine Votantin regte an, man solle die Eltern der betroffenen Schulkinder noch aktiver informieren, weil kaum jemand von ihnen zur Versammlung erschienen war. Blum versicherte einem Stimmberechtigten, dass die Gemeinde mit dem Bau dank der zusätzlichen Flexibilität auch für die zunehmende Entwicklung hin zu Tagesschulen bereit sei.

Wie bereits an der Gemeindeversammlung im Dezember wollte ein Votant einen Antrag stellen, dass man auf einen Architekten aus dem Dorf setzen solle. Blum räumte ein, dass man die Ausführungsplanung nicht öffentlich ausgeschrieben, sondern wegen der Komplexität des Projekts einen Architekten mit viel Erfahrung im Schulhausbau ausgewählt habe. Die örtliche Bauführung werde aber noch ausgeschrieben und dabei wolle man auch lokale Architekten und Unternehmen berücksichtigen. Daraufhin zog der Votant seinen Antrag zurück.

Parkplätze als Ärgernis

Die sieben Geschäfte der ordentlichen Versammlung gaben nur wenig zu diskutieren und wurden von den 85 anwesenden Stimmberechtigten alle einstimmig angenommen (siehe Zusatztext). So auch der Kredit von 350'000 Franken für den Umbau des ehemaligen Gemeindehauses, das künftig als Sozial- und Asylunterkunft genutzt werden soll. Rolf Wyssling, Präsident der SVP Unterengstringen, forderte den Gemeinderat jedoch auf, sich der Parkplatzsituation vor dem alten Gemeindehaus anzunehmen. Dort würden nämlich immer wieder Pendler parkieren, die hier auf den Bus nach Zürich umsteigen.

Zuletzt stand die Gemeindeversammlung auch im Zeichen des Abschieds. Für seinen insgesamt 20-jährigen Einsatz in verschiedenen Gemeindebehörden wurde Rey vom neuen Gemeindepräsidenten Simon Wirth (FDP) geehrt. Zudem verabschiedete Wirth die Gemeinderäte Rolf Stucki (SVP) und Doris Muntwyler (FDP). Auch Schulpflegerin Bettina Pfister sowie Martin Erne, Walter Gieringer, Olivier Mayer und Max Stiefel – alle Mitglieder der Rechnungsprüfungskommission – erhielten zum Abschied regionalen Wein.

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