Geroldswil
Im Sommer 2015 wird Geroldswil zur Baustelle

Geroldswil: Die Gemeindeversammlung genehmigte am Montagabend drei Kredite für Strassenprojekte im und ums Dorfzentrum.

Sophie Rüesch
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Die Bushaltestelle «Zentrum» soll verlegt werden. Die heutige Busschlaufe könnte dann überbaut werden

Die Bushaltestelle «Zentrum» soll verlegt werden. Die heutige Busschlaufe könnte dann überbaut werden

Ab Sommer 2015 wird es rund um das Geroldswiler Zentrum laut. Die Gemeindeversammlung hat die drei Strassenprojekte genehmigt, die im Zuge des geplanten Baus der dritten Gubriströhre und dessen flankierenden Massnahmen realisiert werden sollen. Betroffen sind die Limmattalstrasse, die Stettenstrasse und die Gemeindehausstrasse.

Die 153 anwesenden Stimmberechtigten nahmen die Projekte gestern Abend mit grosser Mehrheit an. Damit folgten sie den Anträgen von Gemeinderat und Rechnungsprüfungskommission, die beide betonten, wie gut die Gemeinde bei den vorliegenden Projekten davonkomme. Die Kosten für die geplanten Massnahmen an der Limmattal- und der Stettenstrasse werden nämlich zum Grossteil von Kanton und Bund getragen. So muss die Gemeinde lediglich für 213 000 der insgesamt 7,1 Millionen Franken für das Gesamtprojekt Limmattalstrasse aufkommen — also nur für die von ihr gewünschten Massnahmen, die zusätzlich zum geplanten Kreisel an der Verzweigung Limmattal-/Gemeindehausstrasse realisiert werden sollen.

Auch beim Projekt Stettenstrasse — sie wird um ein heute fehlendes Trottoir ergänzt, das gleichzeitig als Radweg dienen soll — muss Geroldswil mit knapp 200 000 Franken nur für einen Teil der Gesamtkosten aufkommen; die übrigen 1,1 Millionen übernimmt der Kanton. «Die Gemeinde muss mehr oder weniger nur noch die Strassenbeläge bezahlen», erklärte Tiefbauvorstand Peter Vogel und doppelte nach: «Wir bekommen für sehr wenig Geld eine sehr gute Lösung.» Kein Geld gibt es hingegen für das Projekt Gemeindehausstrasse, das eine Aufhebung der heutigen Busschlaufe und eine Verlegung der Haltestelle «Zentrum» vorsieht.

«Gar kein Durchkommen mehr»

Für eine kurze Diskussion sorgte einzig das Vorhaben, die Busbuchten an der Haltestelle «Dorfstrasse» zurückzubauen und durch Fahrbahnhaltestellen zu ersetzen. Eine Votantin monierte, damit gäbe es auf der Limmattalstrasse künftig gar kein Durchkommen mehr. «Sinn und Zweck dieser Massnahmen ist ja gerade, den Verkehr zu beruhigen», entgegnete Peter Vogel.

Läuft alles nach Plan, kann zwischen Sommer 2015 und Sommer 2016 gebaut werden. Daran sollten auch die vier Einwendungen, die termingerecht gegen die Pläne an der Limmattalstrasse eingegangen sind, nichts ändern. «Es handelt sich um Detailanliegen, die das Projekt nicht behindern sollten», so Vogel.

Die weiteren Beschlüsse:

Das Budget 2015 mit einem Aufwand von rund 21,6 Millionen Franken und einem Aufwandüberschuss von knapp 1,7 Millionen Franken wird einstimmig genehmigt. Das Defizit soll mit Eigenkapital gedeckt werden. Der Steuerfuss der politischen Gemeinde bleibt bei 44 Prozent. Nimmt die Primarschulgemeinde Oetwil-Geroldswil nächste Woche die beantragte Steuerfusserhöhung um 5 auf 37 Prozent an, wird der Gesamtsteuerfuss 96 Prozent betragen.

Der generelle Einsatz von Tonbandaufnahmegeräten an Gemeindeversammlungen wird einstimmig genehmigt.

Die Verordnung über Gemeindebeiträge an familienergänzende Kinderbetreuung wird mit grosser Mehrheit genehmigt. Neu werden Subventionen einkommens- und vermögensabhängig entrichtet, um einkommensschwache Familien besser zu unterstützen.