«Wer hatte schöne und erlebnisreiche Sommerferien», fragt Eveline Mathis die Kinder im Primarschulhaus Rietwis in Uitikon – und fast alle strecken auf. Für viele von ihnen ist dieser Montag ein besonderer Tag – es ist ihr erster Schultag. Und auch für Mathis beginnt ein neues Kapitel.

Zusammen mit Amadé Koller, der schon fünf Jahre in der Schulleitung ist, wird sie ab diesem Schuljahr Rietwis neu als Schulleiterin für die Kindergarten- und Unterstufe tätig sein. «Ich fühle mich sehr gut und freue mich riesig auf meine neue Aufgabe», sagt Mathis, die zuvor als Primarschullehrerin im Uitiker Schulhaus Schwerzgrueb arbeitete.

Ganz neu ist das Umfeld für sie also nicht. «Ich sehe dies als Vorteil. Die Schulgemeinde, die Lehrpersonen und einen Teil der Schülerinnen und Schüler kenne ich schon», sagt Mathis.

Selber könne sie sich nicht mehr an ihren ersten Schultag als Erstklässlerin erinnern. Sie sei sich aber fast sicher, dass es damals keine Willkommensanlässe gab und nach einer kurzen Begrüssung der Unterricht begann.

Das ist heute anders. «Unser Willkommensritual für die neuen Schülerinnen und Schüler machen wir nun schon seit einigen Jahren», so Mathis. In allen drei Schulhäusern gebe es verschiedene Anlässe, welche die jeweiligen Lehrpersonen organisierten.

Göttis und Gottis für Erstklässler

Im Schulhaus Rietwies werden die Erstklässler jedes Jahr mit einem Willkommensritual begrüsst. Um 11 Uhr versammeln sich alle Schülerinnen und Schüler vom Kindergarten bis zur 6. Klasse auf der Pausenwiese.

Dort hält Mathis eine kurze Ansprache. Nachdem sie alle herzlich im neuen Schuljahr willkommen geheissen hat, wird der Fokus auf die 19 neuen Erstklässler gelegt. Da für sie alles noch sehr neu und ungewohnt ist, helfen ihnen die älteren und schon erfahrenen Schülerinnen und Schüler.

So bekommt jeder Erstklässler ein Götti oder Gotti aus der vierten Klasse, die für sie da sind und bei Fragen helfen. Zum Willkommensritual gehört auch, dass alle neuen Erstklässler von Mathis aufgerufen werden.

Sie müssen aufstehen und werden dann von ihrem Götti oder Gottis begrüsst, indem sie ein Willkommensgeschenk überreicht bekommen: ein Stein, auf dem ein selbst gemalter Glückskäfer zu sehen ist.

Danach werden auch die anderen neuen Schüler vorgestellt, die zum Schulhaus dazu stiessen. Zum Schluss singen sie gemeinsam das Lied «If you happy» und klatschen dabei in die Hände und stampfen auf den Boden. Nach rund 30 Minuten sind die neuen Schülerinnen und Schüler ins Schulhaus aufgenommen und der Unterricht kann beginnen.

Bei den Erstklässlern werden als erstes die Ämtchen verteilt, und damit bestimmt, wer für was im Schulzimmer verantwortlich ist. Die 19 Kinder zeigen überhaupt keine Schüchternheit und fragen sofort nach, wenn etwas unklar ist.

Ihren ersten Schultag am neuen Arbeitsort erlebt auch Maria Schär. Sie übernimmt als Mittelstufenlehrerin die vierte Klasse. «Ich war schon ein wenig nervös heute Morgen und konnte kaum was frühstücken», sagt Schär. Nach einem Jahr Pause sei der Einstieg wieder eine neue Herausforderung.

«Ich muss mich zuerst wieder in den Alltag einleben.» Zuvor gab sie fünf Jahre lang in Dübendorf Schule. Ihre Sommerferien hat sie damit verbracht, ihren neuen Arbeitsort einzurichten und sich vorzubereiten.

«Ich habe das Schulzimmer so eingerichtet, wie es mir gefällt», so Schär. «Heute wurde ich sehr herzlich begrüsst und erhielt sogar eine Willkommenskarte, Schokolade und einen Blumenstrauss.» Nun freue sie sich auf das neue Schuljahr und sei gespannt, was die Zukunft bringe.