Oetwil/Geroldswil
Im Schulhaus Huebwies herrscht Platznot — dieses Projekt soll Abhilfe schaffen

Am 10. Juni stimmt das Volk über einen Ersatzneubau für das Schulhaus Huebwies ab.

David Egger
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Wo heute der teils rote Singsaal-Trakt steht, soll dieser weisse Ersatzneubau für 6,4 Millionen Franken gebaut werden. 2020 soll der Ersatzneubau fertig sein. (Visualisierung)

Wo heute der teils rote Singsaal-Trakt steht, soll dieser weisse Ersatzneubau für 6,4 Millionen Franken gebaut werden. 2020 soll der Ersatzneubau fertig sein. (Visualisierung)

Zur Verfügung gestellt

Unter 700 Schüler hatte die Primarschule Oetwil-Geroldswil im Jahr 2016. Jetzt sind es bereits rund 770. Und der Trend zeigt weiter nach oben. Doch er kommt nicht unerwartet. Schon länger wird ein Ausbau des Schulhauses Huebwies in Geroldswil geplant. Für dessen Projektierung genehmigte die Schulgemeindeversammlung im Dezember 2016 einen Kredit in der Höhe von 245'000 Franken.

Die damalige Versammlung fand am passenden Ort statt: im Singsaal des Schulhauses Huebwies. Dieses Gebäude soll ab Februar nächsten Jahres abgerissen werden. Damit Platz frei wird für den Ersatzneubau. Dieser ist jetzt so weit geplant, dass die rund 4700 Stimmberechtigten von Oetwil und Geroldswil am 10. Juni über den Baukredit abstimmen können. 6,4 Millionen Franken hat die Schulpflege beantragt.

Der Submissionsausschuss, unter dessen Ägide die Planung lief, hatte sich im Laufe des Verfahrens für einen Richtungswechsel entschieden. So waren ursprünglich eine Aufstockung und ein Anbau geplant. Doch hätten mit dieser Variante Einbussen bei der Anordnung der Räume und damit der Organisation des Betriebs in Kauf genommen werden müssen, wie die Schulpflege in ihrer Weisung festhält. Zudem hätte es bei einer Aufstockung wesentlich mehr gekostet, die Statik und die Erdbebensicherheit zu gewährleisten.

Vier zusätzliche Klassenzimmer

Der heutige, zweistöckige Singsaaltrakt umfasst im roten oberen Geschoss den Singsaal plus die Küche. Im unteren Geschoss befinden sich der Hauswartbereich, die Technikräume und der Schulpsychologische Dienst. Der weisse Ersatzneubau umfasst vier Etagen. Im Sockelgeschoss auf Niveau der Poststrasse kommen ein Veloraum, Hauswarts-, Entsorgungs- und Technikräume sowie der Singsaal mit der dazugehörigen Küche und den sanitären Anlagen zu liegen.

Im Erdgeschoss auf Niveau des Pausenplatzes sind ein grosser Raum für den Mittagstisch mit Küche, ein Spiel- und Ruheraum, ein Zahnputzraum sowie eine rund 160 Quadratmeter grosse Terrasse geplant, die für den Mittagstisch und zum Spielen und Verweilen genutzt werden kann. In den beiden Obergeschossen sind je zwei Klassenzimmer, ein Foyer, ein Vorbereitungsraum, ein Grossgruppenraum und Toiletten geplant. Neben Treppen umfasst der Neubau auch einen Lift.

Die Rechnungsprüfungskommission (RPK) spricht sich für das Projekt aus. Und auch am Infoabend am Dienstag, zu dem rund 30 Personen erschienen sind, gab es keine negativen Voten zu hören. Das Projekt, für das sich der Submissionsausschuss entschieden hat, stammt von der Holzbaufirma Erne aus Laufenburg. Nach der Präqualifikation hat sie sich gegen drei andere Gesamtleistungsanbieter durchgesetzt. Für die schlüsselfertige Umsetzung gilt ein verbindliches Kostendach.

Lorenzo Conte, Schulleiter des Schulhauses Huebwies in Geroldswil: «Manche Kinder müssen heute im Gang essen.»

Lorenzo Conte, Schulleiter des Schulhauses Huebwies in Geroldswil: «Manche Kinder müssen heute im Gang essen.»

Zur Verfügung gestellt

Die Raumdefizite äussern sich insbesondere beim Mittagstisch auf eindrückliche Art und Weise. 40 Kinder kommen jeden Mittag in einem Raum von etwas mehr als 70 Quadratmetern unter – oder eben nicht. «Manche Kinder müssen heute im Gang essen», erklärte Huebwies-Schulleiter Lorenzo Conte am Infoabend. Dafür sind die Gänge denkbar ungeeignet.

Beim Neubau werden die Foyers vor den Klassenzimmern bewusst gross geplant, damit sie sich nicht nur als Garderobe, sondern auch für Gruppenarbeiten oder Lernlandschaften eignen. Daraus ergeben sich viele Möglichkeiten. «Die Schule ist ein dynamisches Umfeld», betont denn auch Lorenzo Conte.

Sanierung kommt nun später

Ursprünglich war vorgesehen, die Schulanlage Huebwies nicht nur zu erweitern, sondern auch die bestehenden Gebäudeteile zu sanieren, namentlich die sanitären Anlagen sowie die Fenster und Sonnenstoren. Doch dies hätte den in der Investitionsrechnung eingeplanten Betrag überstiegen, weshalb vorerst darauf verzichtet wird. «Die notwendige Sanierung soll zu einem späteren Zeitpunkt und mit einem separaten Verfahren in Angriff genommen werden», erklärt die Schulpflege.

Genehmigt das Volk das Projekt, soll im Dezember das Baubewilligungsverfahren beginnen. Baustart wäre im Februar 2019. Die Inbetriebnahme ist für Januar 2020 geplant. Die Folgekosten für die Schulhaus-Investition werden rund 480'000 Franken betragen. Die sich daraus ergebenden Finanzierungsfehlbeträge sollen mit Darlehen fremdfinanziert werden.
Die Schulpflege warnt vor den Folgen eines Neins: Zum einen gingen die Projektierungskosten von 245'000 Franken verloren.

Ein Neustart bei der Planung hätte zudem zur Folge, dass die Beseitigung der Raumdefizite vier Jahre ins Hintertreffen gerate würde. Ausserdem wären laut Schulpflege rund zwei Millionen Franken Kosten für Container-Provisorien zu erwarten. Zudem wäre ein neuer Standort zu suchen, beispielsweise in der Fahrweid oder beim Schulhaus Letten, hält die Schulpflege weiter fest.

Am Montag, 14. Mai, und am Donnerstag, 17. Mai, stehen Behördenvertreter zwischen 17.30 und 19 Uhr im Konferenzzimmer der Schulverwaltung im Schulhaus Huebwies dem Stimmvolk für Fragen zur Verfügung.

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