Nicht nur das in den 1970er-Jahren erbaute Spitalhochhaus in Schlieren, neben dem zurzeit ein Neubau entsteht, hat seine besten Tage gesehen. Auch das Pflegezentrum des Spitals Limmattal hat schon so einige Jahre auf dem Buckel. Eröffnet wurde es 1987; eine Gebäudesubstanzanalyse hat ergeben, dass es nicht mehr länger als bis 2022 genutzt werden sollte.

Schon seit einigen Jahren wird deshalb neben der Realisierung des Spitalneubauprojekts «LimmaViva» bereits die Zukunft des Pflegezentrums aufgegleist. Eine Bedarfsanalyse bei den Trägergemeinden des Spitalverbands ist gemacht, eine Machbarkeitsstudie ausgewertet. Am Mittwoch haben nun die Delegierten der vom Verwaltungsrat vorgeschlagenen Variante ihren Segen gegeben und einstimmig einen Totalunternehmer-Wettbewerbskredit von rund einer Million Franken bewilligt.

Damit ist nun auch klar: Das alte Pflegezentrum soll nicht totalsaniert werden, was viel zu teuer wäre, noch soll ein neues, freistehendes Gebäude entstehen. Geplant ist vielmehr eine Erweiterung des noch entstehenden Spitalneubaus. So soll sich gegen Norden hin ein neues Gebäude um den westlichen Teil des Spitalneubaus schmiegen und ihn um zwei weitere Stockwerke erhöhen.

 Darin finden vier Pflegestationen, drei Demenzabteilungen und das Tageszentrum Platz, dazu bleiben einige Freiflächen übrig, die je nach künftigem Bedarf vom Spital oder vom Pflegezentrum genutzt werden können. Zusätzliche Flexibilität bietet die Option, auch diesen Bau zu einem späteren Zeitpunkt noch um eine weitere Etage aufzustocken.

Mit einem Erweiterungsneubau könnten viele Synergien mit dem Spital genutzt und die Wege kurz gehalten werden, erklärte Spitaldirektor Thomas Brack. Auch Planung und Bau würden vereinfacht, zumal beim 2018 fertig werdenden Spitalneubau bereits erste Weichen für eine mögliche künftige Erweiterung auf der Nordwestseite gestellt wurden; die ausgewählte Variante wurde denn auch schon bei der Wettbewerbseingabe des «LimmiViva»-Projekts als Erweiterungsoption skizziert.

Da sich im Lauf der Zeit auch die Ansprüche geändert haben, sind im provisorischen Plan nur noch Einerzimmer vorgesehen, die Hälfte davon allerdings mit geteiltem Badezimmer. Die Vierbettzimmer im alten Zentrum bringe man schon heute kaum mehr los, so Brack; noch prüfen wolle man aber, ob auch ein kleineres Kontingent an Zweibettzimmern angeboten werden soll.

Neuer Verteilschlüssel nötig

Künftig sollen im Pflegezentrum mit 153 fast 20 Plätze mehr als bisher angeboten werden, 45 davon auf den Demenzabteilungen (heute: 22). Das Zentrum wird auf komplexe Pflegesituationen ausgerichtet sein. Das mache es insbesondere auch für Gemeinden attraktiv, für die es sich nicht lohnt, selbst ein derart umfassendes Pflegeangebot anzubieten, wie es das Gesundheitscluster «Limmi» kann, erklärte Spitalpräsident Markus Bärtschiger.

Eine erste Schätzung geht von Kosten von rund 53 Millionen Franken aus – dies noch ohne die Kosten der geplanten Freiflächen, für die das Pflegezentrum vorerst keine Verwendung hat. Über die Art der Finanzierung wird später befunden. «Wir wollen zuerst wissen, wie wir genau bauen», so der Spitalpräsident. Klar sei aber, dass eine Fremdfinanzierung nötig wird.


Auch der Verteilschlüssel für die Verlustübernahme durch die Trägergemeinden des Bezirks muss voraussichtlich neu verhandelt werden.

Unter anderem, weil Schlieren seinen Bettenbedarf auf 60 verdoppelt, sollen die für die Jahre 2020 bis 2033 auf insgesamt 14 Millionen Franken veranschlagten Defizite, die die Gemeinden decken müssen, nicht mehr rein nach der Bevölkerungszahl berechnet werden. Möglich wäre etwa, die Gemeindebeiträge künftig anhand einer Mischung aus Bettenbedarf und Bevölkerungsgrösse zu ermitteln. Dafür ist aber eine Statutenänderung nötig. Sie soll dem Stimmvolk zusammen mit dem Baukredit vorgelegt werden. Der Urnengang ist im Zeitplan auf spätestens im Verlauf von 2019 vorgesehen, was eine Realisierung bis 2023 ermöglichen sollte.