Leises Vogelgezwitscher, sanfter Holzduft, grosse Waldbilder und spitze Tannennadeln – die neue Ausstellung im Ortsmuseum Unterengstringen spricht alle Sinne an. Oscar Bamert, Obmann der Ortsmuseumskommission, führt durch den kleinen Raum im Obergeschoss und weiss über jedes noch so kleine Stück eine interessante Geschichte zu erzählen. «Dieser Nussbaum hat versucht, sich vor eindringendem Regenwasser zu schützen. Gelungen ist es ihm nicht», sagt er beispielsweise; oder mit einem Birkenstamm in der Hand: «Die papierartige Rinde der Birke wird von den Hornussen für die Hülle des Nestes verwendet.»

Seit vielen Jahren sammelt Bamert besondere Holzstücke, die er jetzt ausstellt. Der Fundus ist entsprechend gross. Von kleinen Kienhölzern mit Einschusslöchern über Stämme mit eingewachsenen Ästen bis zu zersetzten Strunken lässt sich im Ortsmuseum ein Sammelsurium an nicht alltäglichen Beispielen betrachten. «Die meisten Gegenstände habe ich per Zufall entdeckt», sagt er. Es habe auch viele Holzscheite darunter, die er beinahe in seinen Ofen geworfen habe. Unter den Objekten sind aber auch ein paar Leihgaben vertreten, zum Beispiel eine versteinerte Mooreiche aus dem Furttal.

Ausstellung verändert sich

Besonders interessant sind die Holzstücke, die im Zersetzungsprozess stehen. Hier lässt sich beobachten, wie die Bäume gewachsen sind. «Das sind kleine Kunstwerke», sagt Bamert. Neben Totholz gibt es auch frische Zweige zu sehen. Sie sind in Kafischnapsgläser mit dem Unterengstringer Wappen eingestellt. «Diese grünen Äste bringen Leben in die Ausstellung», sagt Bamert und zieht ein Taschentuch aus seinem Hosensack, um zu schneuzen. Prompt fällt ein Zapfen heraus. «Ach ja, den habe ich ja noch eingepackt, um eine Föhre aufzuziehen», sagt der Unterengstringer, der die Ausstellung mit Jungpflanzen anreichern möchte.

Überhaupt seien das nicht die einzigen Objekte, die noch fehlen. «Die Ausstellung ist längst nicht komplett», sagt er. Deshalb hofft er, dass ihm die Bevölkerung interessante Objekte zukommen lässt. Die ungewöhnlichsten Objekte sollen aufgenommen und prämiert werden. «Unser Ziel ist, dass sich die Ausstellung stets verändert», sagt er. Die noch fehlenden Arvenzirbel hat er bei einem Unterengstringer bestellt, der nächstens dem Engadin einen Besuch abstatten wird.

Vielfalt ist erstaunlich

Während Bamert durch die Ausstellung führt, kommt er immer wieder auf Abwege: «Bei jedem Durchgang kommen mir Dinge in den Sinn, die ich auch noch erzählen könnte.» Die Idee für die Ausstellung hat er zusammen mit dem Team des Ortsmuseums konkretisiert. «Die Begeisterung für das Projekt hat sich mit der Umsetzung kontinuierlich entwickelt», sagt er.
Bei den Besuchern komme die Ausstellung nun sehr gut an. Viele seien überrascht ob der Vielfalt der Gegenstände. Besonders schön fände es Bamert, wenn er viele Schulklassen begrüssen dürfte. «Hier lernt man viel über den heimischen Wald», sagt er. Mit weiteren Aktivitäten wie dem Bienenhaus ergebe sich ein bunter Nachmittag.