Nur mit einem hauchdünnen Vorsprung von 40 Stimmen befürworten 50,88 Prozent der Urdorfer Stimmberechtigten die Erarbeitung einer neuen Gemeindeordnung. 1150 Personen stimmten dafür und 1110 dagegen. Mit 2260 Stimmen betrug die Stimmbeteiligung 38,8 Prozent. Konkret heisst dies, dass der Gemeinderat und die Schulpflege nun eine neue Gemeindeordnung ausarbeiten, über die am 29. November abgestimmt wird.

Initiant und ehemaliger SVP-Gemeinderat Jürg Pauli zeigt sich erfreut über das Resultat. «Nun sind die beiden Gremien vom Stimmvolk aufgefordert worden, sich an einen Tisch zu setzen und einen Dialog zu führen. Das ist ein grosser Erfolg, zumal sich die Schulpflege diesem bis anhin kategorisch verwehrt hatte», sagt er auf Anfrage. Das äusserst knappe Endresultat beunruhigt Pauli nicht. So hätten die Gegner seiner Initiative vieles missverstanden. «Die Schulpflege und manche Lehrer befürchteten einschneidende pädagogische Änderungen. Doch dies stand nie zur Debatte.» Dass sich das knappe Resultat negativ auf die Ausarbeitung einer neuen Gemeindeordnung auswirkt, glaubt Pauli nicht: «Ich bin mir sicher, die Gremien werden gut zusammenarbeiten und dem Volk eine solide, neue Gemeindeordnung präsentieren.» Pauli ist zuversichtlich, dass diese Gemeindeordnung im Volk viel Zuspruch geniessen wird.

Im Vorfeld der Abstimmung sprach sich der Gemeinderat für, die Schulpflege gegen die Initiative aus. Die Ortsparteien der SP, FDP, GLP und EVP vertraten die Ja-Parole, während die CVP und die SVP keine Wahlempfehlung herausgegeben hatten.

Gemeindepräsidentin Sandra Rottensteiner erfreut das Resultat. «Der Gemeinderat kann sich nun gemeinsam mit der Schulpflege an die Arbeit machen», sagt sie. Dass sich das sehr knappe Resultat negativ auf die Verhandlungen mit der Schulpflege auswirkt, glaubt sie nicht. «Den Volkswillen gilt es zu respektieren. Die Schulpflege und der Gemeinderat werden ihr Bestes geben, um der Stimmbevölkerung eine ausgewogene Gemeindeordnung zu präsentieren», so Rottensteiner.

Weit dringlichere Baustellen

Schulpräsident Stefan Zehnder ist keineswegs überrascht vom gestrigen Ja der Stimmbevölkerung: «Ich hätte sogar ein deutlicheres Resultat erwartet.» So sei die Stimmung im Dorf eher pro Einheitsgemeinde gewesen, sagt er. Zehnder liest aus dem Abstimmungsresultat ab, dass noch nichts entschieden ist: «Mit nur gerade 40 Stimmen Differenz zeichnet sich für die Abstimmung über die Gemeindeordnung ein knappes Ergebnis ab. Schnell kann die knappe Zustimmung in eine knappe Ablehnung kippen», sagt er. Für Zehnder bedeutet der Auftrag zur Erarbeitung einer neuen Gemeindeordnung vor allem eines: viel Arbeit. «Für mich bleibt fraglich, ob es sinnvoll ist, dass Gemeinderat und Schulpflege derart viele Arbeitsstunden investieren werden», sagt er. Denn in Urdorf gebe es derzeit weit grössere Baustellen als die Bildung einer Einheitsgemeinde.