Lange Zeit war umstritten, ob sich Hassan Kiko mit seiner Flucht eines weiteren Verbrechens schuldig gemacht hat. Generell gilt in der Schweiz: Wer aus dem Gefängnis ausbricht, ohne jemanden zu verletzen oder etwas zu beschädigen, hat sich nicht strafbar gemacht. Bestraft werden kann jedoch die «Anstiftung zum Entweichenlassen von Gefangenen». Deswegen erhob die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis am 7. Juli 2016 beim Bezirksgericht Anklage gegen Kiko und verlangte eine unbedingte Freiheitsstrafe von sechs Monaten.

Das Dietiker Gericht sah jedoch die Voraussetzungen für einen Prozess nicht gegeben und stellte das Verfahren ein. Mit diesem Entscheid war wiederum die Staatsanwaltschaft nicht einverstanden. Weil sie nach wie vor der Ansicht war, dass ein Strafbestand vorliege, reichte sie Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung ein. Das Obergericht entschied jedoch im Sinne der Staatsanwaltschaft. Ein Strafverfahren dürfe nur dann ohne Durchführung einer Hauptverhandlung eingestellt werden, wenn das angeklagte Verhalten «offensichtlich nicht strafbar» sei – was hier nicht der Fall sei.

Heute wurde nun bekannt: Hassan Kiko wird am 23. Mai wegen Anstiftung zum Entweichenlassen von Gefangenen der Prozess gemacht, wie «20 Minuten» schreibt. Valentin Landmann, Verteidiger von Kiko, plädiert auf Freispruch: «Für uns ist fraglich, ob eine reine Bitte oder Frage bereits eine Anstiftung darstellt.»

«Ich glaube an Gott und Mohammed ist sein Prophet»

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Angela Magdici sprach auch über Persönliches: Über das schwierige Bewerbungsverfahren für einen neuen Job und über ihre Liebe zu Hassan Kiko, den sie noch im Gefängnis heiraten will. «So Gott will», gebe es auch Kinder. An Gott glaube sie, für ihre Liebe will sie zum Islam konvertieren. Die Essenz aus dem «TalkTäglich»-Gespräch im Zusammenschnitt.

Der Hintergrund

Die Aufseherin Angela Magdici war im Februar 2016 mit ihrem Liebhaber und verurteilten Sexualstraftäter Hassan Kiko aus dem Gefägnnis Limmattal nach Italien geflohen. Ein paar Monate später konnte das Paar gefasst werden. Für ihre Tat muss Magdici nicht ins Gefängnis. Eine Hochzeit in Freiheit wird es für den Ausbrecher-Häftling Hassan Kiko und seine ehemalige Aufseherin Angela Magdici bis auf Weiteres sowieso nicht geben: Das Zürcher Obergericht verurteilte den mehrfach vorbestraften Syrer im Dezember zu vier Jahren Gefängnis. Er hatte im November 2014 auf einem Parkplatz in Schlieren ein 15-jähriges Mädchen vergewaltigt.