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Im Limmattal wird die briefliche Wahl weniger genutzt als 2015

Die briefliche Stimmabgabe dient als Indikator für die Wahlbeteiligung. Im Bezirk Dietikon wird sie zurzeit weniger genutzt.

Für die National- und Ständeratswahlen vom Sonntag zeichnet sich im Limmattal eine tiefere Wahlbeteiligung ab als noch vor vier Jahren. Dies geht aus einer Umfrage bei den Stadt- und Gemeindehäusern der Region hervor. So nehmen grundsätzlich weniger Wählerinnen und Wähler die Möglichkeit der brieflichen Stimmabgabe wahr als noch vor vier Jahren. Stichtag ist der Montag vor dem Urnengang.

Bis vergangenen Montag gaben im Bezirkshauptort 2014 Wahlberechtigte ihre Stimme ab, wie der stellvertretende Stadtschreiber Dietikons, Arno Graf, auf Anfrage sagt. Dies ist weniger als zum selben Zeitpunkt vor vier Jahren. Damals waren bereits 2148 Stimmen im Stadthaus eingegangen. 2015 gaben in Schlieren 17,2 Prozent ihre Stimme brieflich ab, was 1402 Personen entsprach. Heuer wählten nur 13,4 Prozent oder 1123 Personen auf diese Weise, wie Stadtschreiberin Ingrid Hieronymi sagt. Auch in Unterengstringen sank der Anteil im Vergleich zu vor vier Jahren von 23 Prozent (550 Wähler) auf aktuell 22 Prozent (534 Wähler).

Aesch und Oetwil verzeichnen einen starken Rückgang

Ein besonderes Augenmerk muss auf die beiden nach Einwohnern kleinsten Gemeinden des Bezirks gelegt werden. In Aesch sank der Anteil der Wähler, die brieflich abstimmten, um 5,5 Prozent von 28,6 auf 23,2 Prozent. In absoluten Zahlen heisst dies, es wählten vor vier Jahren 229 Personen brieflich, heuer waren es 240. Dass diese Zahl höher ist, lässt sich mit dem Bevölkerungswachstum der Gemeinde erklären. Waren 2015 noch 800 Personen stimmberechtigt, sind es heute 1036.

Einen ähnlich starken Rückgang verzeichnet Oetwil. Vor vier Jahren waren zum selben Zeitpunkt die Wahlunterlagen von 24 Prozent der Stimmberechtigten (401 Personen) im Gemeindehaus angelangt. Dieser Tage sind es lediglich 20,4 Prozent (364 Personen).
Als besonders beständig erweisen sich die brieflichen Wählerinnen und Wähler in Urdorf. Ihr Anteil veränderte sich im Vergleich zu vor vier Jahren praktisch nicht. Damals gaben 21,5 Prozent (1305 Personen) der Stimmberechtigten ihre Unterlagen frühzeitig ab, heute sind es 21,7 Prozent (1314 Personen).

Ein beinahe identisches Bild weist auch Birmensdorf auf. Vor den Wahlen 2015 gaben 1007 der 3907 Stimmberechtigten ihre Unterlagen brieflich ab. Dies entspricht einem Wert von 25,8 Prozent. Dieses Jahr nutzen 1018 der 4064 Stimmberechtigten die frühe Stimmabgabe, was 25,4 Prozent entspricht.

Obwohl sich kein nationaler Trend absehen lässt, kommen aus den Schweizer Grossstädten erfreuliche Nachrichten. Dort zeichnet sich nämlich eine erhöhte Wahlbeteiligung ab. So gaben in Zürich 3,3 Prozent mehr Wähler ihre Stimme brieflich ab als zum selben Zeitpunkt 2015. In Bern sind es sogar 4,5 Prozent mehr. Doch nicht überall werden voraussichtlich mehr Menschen wählen als vor vier Jahren. Ähnlich wie im Limmattal sieht die Situation bezüglich der brieflichen Wähler im Kanton Basel-Stadt aus. Dort sank der Anteil Frühwähler von 33,7 um 4,2 Prozentpunkte auf 29,5 Prozent.

Diese Wähler stimmen dieses Jahr vermehrt brieflich

Doch gibt es auch Gemeinden, bei denen sich anhand der Zahlen der brieflichen Stimmabgabe eine Erhöhung der Stimmbeteiligung abzeichnet. In Weiningen beispielsweise gaben vor vier Jahren 20,7 Prozent (554 Personen) ihre Stimme brieflich ab. Heuer sind es 22,3 Prozent oder 619 Personen, wie Gemeindeschreiber Bruno Persano auf Anfrage sagt. Der Zuwachs um 1,6 Prozentpunkte ist für ihn aber nicht sehr aussagekräftig. «Es kann ohne weiteres daran liegen, dass sich die Stimmberechtigten vor vier Jahren etwas mehr Zeit liessen bei der Auswahl ihrer Kandidaten und Parteien.»

Auch im Oberengstringer Gemeindehaus liegen mehr Stimmcouverts als 2015. Damals stimmten 19,9 Prozent der Stimmberechtigten brieflich ab (754 Personen), heuer sind es 794, was 21,2 Prozent der Stimmberechtigten entspricht.

Eine Anfrage dieser Zeitung nach den Zahlen der brieflichen Wähler blieb in Uitikon unbeantwortet. In Bergdietikon führe man keine Statistik, weswegen man nicht genau sagen könne, wie viele Personen zum selben Zeitpunkt vor vier Jahren abgestimmt haben, sagt Gemeindeschreiber Patrick Geissmann. Bislang trafen für die anstehenden Wahlen von Sonntag 449 Wahlcouverts ein, was einem Wert von 24 Prozent der Stimm- und Wahlberechtigten entspricht.

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