Fussballfieber
Im Limmattal ist die EM allgegenwärtig

Länderfahnen an jeder Ecke und eingekleidete Autos wo man hinschaut – die Region steckt im Fussballfieber.

Aline Ilk
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Limmattal im EM-Fieber
13 Bilder
Leckere Fussbälle in verschiedenen Varianten.
Sehr beliebt sind kleine Fahnen fürs Auto.
Bei vielen albanischen Fans ist die Freude über die erste EM-Teilnahme gross. Da darf's gerne auch mehr sein als nur kleine Fähnchen.
Häufig zu beobachten: Mit grossen Fahnen wird klar deklariert, für wen hier gefant wird (im Bild das Dietiker Limmatfeld).
In diesem Haus im Dietiker Zentrum ist die Treue zur Schweizer Nati unverkennbar.
Die Multi-Kuli-Variante.
Ob Schweizer Fahne mit der albanischen...
...oder der italienischen: In Unterengstringen schlagen zwei Herzen in der Fanbrust.
In Geroldswil wird die italienische Squadra Azzurra ebenfalls unterstützt.
Ob an alten oder neuen Gebäuden: Die Länderflaggen sind im Limmattal allgegenwärtig.
Auch als Verschönerung für Planzentöpfe eignen sich die Schweizer Fähnchen, wie hier in Uitikon.
Welches Trikot ist beliebter? An mehreren Orten verkauft sich das albanische Leibchen besser als das Nati-Dress.

Limmattal im EM-Fieber

Aline Ilk

Die Fussball-Europameisterschaft scheint zurzeit allgegenwärtig und hinterlässt auch im Limmattal ihre Spuren. Überall verzieren Länderfahnen Fenster und Balkone – neben vielen Schweizer und albanischen Fahnen sind auch italienische, deutsche portugiesische immer wieder zu beobachten – und auch die Autos bleiben von solchen Loyalitätsbekundungen nicht verschont. Die beliebten Accessoires und weitere fussballspezifische Artikel werden aber nicht nur in Sportgeschäften verkauft, auch in der Bäckerei oder im Blumenladen ist die EM präsent – überall scheint das Fussballfieber ausgebrochen zu sein.

Doch nicht nur die Schweizer Nati erfreut sich in der Region grosser Unterstützung. Geht’s um verkaufte Fussballtrikots, sind die albanischen teilweise noch beliebter als das Nati-Dress. «Der absolute Renner in unserer Filiale sind die albanischen Trikots. Die sind alle schon ausverkauft», sagt Remo Bieli von Sportgeschäft SportXX im Spreitenbacher Einkaufszentrum Tivoli. Aber nicht nur dort sind die Leibchen des EM-Neulings äusserst beliebt, auch im Athleticum in Dietikon verkaufen sie sich sehr gut. «Noch besser als die Schweizer Trikots verkaufen sich die albanischen», sagt ein Verkäufer. «Aber auch die Trikots anderer Länder wie Deutschland, Spanien und Italien sind sehr beliebt bei den Kunden.»

Nebst den Trikots haben die Sportgeschäfte unzählige weitere Fanartikel wie T-Shirts Hosen, Jacken, Schuhe, Schale oder Hüte im Angebot. Aber nicht nur Menschen können sich von Kopf bis Fuss in den Farben ihrer Lieblingsmannschaft einkleiden, auch viele Autos wurden für die EM ausgerüstet. Fensterfähnchen und Spiegelsocken sind sehr beliebt bei den Autofahrern. Hier dominiert ebenfalls das Rot der Albaner und Schweizer. Es bestehen aber noch viele weitere Möglichkeiten, das eigene Gefährt zu verschönern, beispielsweise mit einem Motorhaubenbezug.

Spitzbuben in EM-Stimmung

In der Bäckerei Frei in Geroldswil dringt die Fussball-EM bis in die Backstube vor. Hier werden spezielle EM-Spitzbuben gebacken, die mit Fähnchen der teilnehmenden Länder verziert sind. Im Schaufenster warten ausserdem Schokolade in Form von Fussbällen und Fussballschuhen auf den Verzehr. «Das machen wir nicht zum ersten Mal», sagt Luzia Häfliger von der Bäckerei. «Wenn wieder Fussball angesagt ist, bemühen wir uns auch etwas zum Thema beizutragen.» Laut Häfliger freuen sich die Kunden über die süssen EM-Versuchungen: «Wir haben schon viele positive Rückmeldungen bekommen.»

Sogar Blumengeschäfte haben sich vom Fussballfieber anstecken lassen. Der Laden Himmelblau in Birmensdorf empfängt Kunden am Eingang mit Schweizerfähnchen im Blumentopf. «Spezielle Blumensträusse für die EM machen wir aber nicht», sagt die Floristin. «Hat jemand aber einen spezifischen Wunsch, dann erfüllen wir diesen wenn möglich. Da aber nicht viele Kunden EM-Blumenwünsche haben, machen wir diese nur auf Anfrage.» An ihrem Geschäftsauto hätten sie auch Schweizerfähnchen befestigt, um die Nati zu unterstützen, sagt die Floristin.

Mehr Würste und Bier

Die EM lauert im Alltag an vielen weiteren Orten. In diversen Supermärkten werden speziell vermarktete Brote und Brötchen verkauft. An Tankstellen erhält man unter anderem EM-Feuerzeuge und in Restaurants und Bars strahlen fast alle Fernseher die Spiele live aus. Besonders beliebt sind in während des Turniers Bratwürste und Bier als Begleiter zum Fussball. In der Dietiker Metzgerei Hildebrand etwa verkaufen sich Wurstwaren zurzeit besonders gut. Laut Inhaber Ottmar Gut bietet die Metzgerei ein spezielles Fussballangebot mit EM-Steaks und Hopp-Schwiiz-Würsten an. «Die EM-Zeit ist für uns ein gutes Geschäft, nur das Wetter spielt nicht mit», sagt er. «Bei schönem Wetter würden die Leute während den EM-Spielen wahrscheinlich noch mehr grillieren.»

Beim Bier wird in diesen Wochen auch nicht gespart. Laut Josef Bucher vom Getränkemarkt Rio AG in Dietikon werden während des Turniers mehr Biere als sonst verkauft. Aber auch Bucher sagt, dass der Bierkonsum bei besserer Witterung wohl noch höher wäre.