Limmattal
Im Limmattal herscht eine Eiseskälte wie anno 1987

Die Nacht auf Freitag war die bisher kälteste Nacht dieses Winters. Im Limmattal war es rund zehn Grad unter Null. Noch kälter als jetzt war es im Limmattal nur vor 25 Jahren – ein Blick ins Archiv von 1987.

Katja Landolt
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Die Kälte hält auch im Limmattal Einzug – und wie!
12 Bilder
Den Egelsee in Bergdietikon überzieht eine Eisschicht
Emsiges Treiben am Schulhügel an der Bahnhofstrasse in Urdorf
Eiszapfen in der Unterführung Klosterweg
Keine Grabsteine, sondern umgekehrte Gartenbänke
Am Waldweg zum Altberg sitzt ein geschnitztes Eichhörnchen mit weissem Pelz
Schnee und schönster Sonnenschein beim Kloster Fahr
Viertagesprognose anno 1987
Gefrorene Limmat
1987 wurde Dietikon als «aufstrebender Wintersportort» gehandelt.
Tragisch: Ein Traktor brach 1987 im Eis des Marmoriweihers ein.
2012: Eisschicht über dem Egelsee in Bergdietikon.

Die Kälte hält auch im Limmattal Einzug – und wie!

Am kältesten war es diesen Winter bisher auf der Alp Buffalora am Ofenpass im Kanton Graubünden: Hier wurden minus 27,0 Grad gemessen. Unglaublich kalt. Aber noch kratzen diese Temperaturen längst nicht am Schweizer Kälterekord: Dieser liegt bei minus 41,8 Grad. Gemessen wurde diese Temperatur am 12. Januar 1987 in La Brévine in Neuenburger Jura. Der Blick ins Zeitungsarchiv zeigt: Mitte Januar 1987 war es auch im Limmattal eiskalt.

Traktor bricht in Weiher ein

Minus 13 Grad tagsüber, minus 15 nachts; so die Wettervorhersage fürs Limmattal vom 14. Januar 1987 (siehe Ausriss). Tags darauf geschieht dann das Furchtbare; eine Geschichte, an die sich noch mancher Limmattaler erinnert: Ein Angestellter der Stadtwerke Dietikon bricht mit seinem tonnenschweren Traktor auf dem Marmoriweiher ein.

Der Mann hatte den Weiher von Schnee räumen wollen, damit am Nachmittag das Eisfeld für Schlittschuhläufer hätte freigegeben werden können. Am Morgen noch war die Eisdicke mittels Bohrungen gemessen worden; das Eis war aber offensichtlich nicht überall gleich dick. Die Feuerwehr kann den 26-Jährigen zwar noch lebend retten; Tage später erliegt dieser aber seinen Verletzungen.

Noch kein Skigebiet

Es gibt aber auch schöne Nachrichten aus dem Winter 1987. Beispielsweise wird Dietikon als «aufstrebender Wintersportort» angepriesen; mit Skilift, Eisbahn, verschneiten Strassen, verzweifelten Automobilisten und der Gelegenheit zum Après-Ski.

Mit Ski-Spass vor der Haustüre müssen die Dietiker heuer aber noch zuwarten, wie Armin Strässle, Leiter Jugend & Freizeit Dietikon, sagt. Das Skifahren sei momentan aus Sicherheitsgründen nicht möglich. «Es fehlt eine ausreichende Schneeunterschicht». Das Schlitteln mit Bobs stelle jedoch kein Problem dar.