Limmattal
Im Limmattal gibt es während der EM kaum Public Viewing

Die Fussballeuropameisterschaft in Polen und der Ukraine findet ohne die Schweiz statt. Das hat Auswirkungen auf die Fans in der Region. Kaum jemand organisiert dieses Jahr ein Public Viewing. Einzig die «Böllebar» in Urdorf schlägt wieder ihre Zelte auf.

Sandro Zimmerli
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2010 war das Public Viewing auf dem Dietiker Kirchplatz Treffpunkt der Fussballfans, dieses Jahr nicht mehr.mke

2010 war das Public Viewing auf dem Dietiker Kirchplatz Treffpunkt der Fussballfans, dieses Jahr nicht mehr.mke

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Rot-weiss gekleidete Fans, die mit ihrer Mannschaft hoffen, leiden und sie bis zum Schluss anfeuern - auf dem Dietiker Kirchplatz ist das Festzelt voll. 2008, als die Europameisterschaft in der Schweiz und in Österreich durchgeführt wurde, war es im Trend gemeinsam auf öffentlichen Plätzen die Spiele zu verfolgen.

In knapp einer Woche steht das nächste Fussballgrossereignis vor der Tür. In Polen und der Ukraine kämpfen vom 8. Juni bis zum 1. Juli die besten europäischen Nationen um den Titel - ohne die Schweiz.

Die Abwesenheit der Nati an der EM dürfte der Hauptgrund dafür sein, dass dieses Jahr kaum Public Viewings im Limmattal veranstaltet werden. Weder in Dietikon noch in Schlieren finden öffentliche Fussballübertragungen im grossen Rahmen statt. Selbst in Zürich hält sich das EM-Fieber in Grenzen. Fans müssen entweder zu Hause oder in einer der vielen Bars die Spiele verfolgen.

Über 200 Plätze in Urdorf

«Wir haben Ende letztes Jahr darüber diskutiert auch an der EM wieder ein Public Viewing zu veranstalten», sagt Armin Strässle, Leiter Jugend und Freizeit der Stadt Dietikon. Die Stadt sei bei der Organisation eines solchen grossen Events auf Unterstützung angewiesen. Deshalb habe man wie schon 2010 den FC Dietikon angefragt, ob er mit Personal an der Durchführung mitwirken wolle.

Allerdings habe sich der Fussballclub wegen des grossen Aufwandes und auch wegen der Absenz der Schweizer Nati am Turnier, dazu entschieden, dieses Jahr auf ein Mitwirken an einem Public Viewing zu verzichten.

Lange unschlüssig

Ganz auf den kollektiven Fussballgenuss müssen die Limmattaler Fans jedoch auch an dieser EM nicht verzichten. In Urdorf schlägt die «Böllebar» auf dem Mehrzweckplatz Zwischenbächen wieder ihre Zelte auf. Doch auch dort war man lange unschlüssig, ob man überhaupt ein Public Viewing durchführen sollte.

«Die Absenz der Schweizer Nati war auch bei uns ein grosses Thema. Wir wurden dann aber von vielen Freunden gebeten auch dieses Jahr unsere Bar aufzustellen», sagt Marcel Peter. Zusammen mit drei Freunden hat er den Verein «Event Connection» ins Leben gerufen und 2008 erstmals die «Böllebar» organisiert.

Eine Stunde vor Spielbeginn offen

Dank neuen Konditionen mit verschiedenen Lieferanten haben man es deshalb gewagt, trotz des Fehlens der Schweiz wieder eine EM-Bar zu organisieren, so Peter. Zudem könne man wieder auf viele freiwillige Helfer zählen. «Ohne Fronarbeit könnten wir diesen Event gar nicht auf die Beine stellen», hält Peter fest.

Übertragen werden in der «Böllebar» alle Spiele. Das Zelt bietet insgesamt 200 Sitzplätze und ist jeweils eine Stunde vor Spielbeginn offen. «Bei schönem Wetter sind wir aber flexibel und können auch draussen Platz schaffen», so Peter. Sie seien zuversichtlich, dass die Bar auch dieses Jahr ein Erfolg werde. Die letzten beiden Mal habe sich gezeigt, dass auch die Spiele der Portugiesen, Spanier und Deutschen gut besucht würden.