Dietikon
Im Limmattal gekidnappt

Die beiden Studenten Samuel Kernwein und Christian Maurer haben ihren zweiten Kurzfilm gedreht. Neben Mettmenstetten und Zürich wurde teilweise auch in Dietikon und Unterengstringen gedreht.

fabienne wildbolz
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Die beiden Hobbyfilmschaffenden während der Dreharbeiten zu «Speedkidnapping». ZVG

Die beiden Hobbyfilmschaffenden während der Dreharbeiten zu «Speedkidnapping». ZVG

Limmattaler Zeitung

«Rasant, unterhaltsam und voller Action.» Mit diesen Worten beschreiben Samuel Kernwein und Christian Maurer ihr zweites Kurzfilmprojekt «Speedkidnapping». Neben Mettmenstetten und Zürich wurde teilweise auch in Dietikon und Unterengstringen gedreht. Der Film feiert am 20. und 21. Mai im Etzelsaal Wädenswil Premiere.

Seit die beiden sich bei WädiWOOD, einer Film-Jugendgruppe der reformierten Kirche aus Wädenswil, getroffen haben, verbindet sie eine grosse Leidenschaft für das Filmdrehen. Bald schon haben sie die Lust verspürt, auf eigene Faust ein Filmprojekt zu realisieren. «Ein Drehbuch zu schreiben, Drehorte sowie Schauspieler zu suchen und ein Projekt von A bis Z durchzuführen, war unsere Motivation», erzählt Maurer, der selbst in Dietikon lebt.

Mit Coherence-Pictures haben sie im Herbst 2008 gar eine eigene Filmorganisation ins Leben gerufen. Wie schon bei ihrem ersten Kurzfilm «Cushy» fungiert Kernwein auch bei «Speedkidnapping» als Regisseur, während Maurer den Part des Hauptdarstellers und Regieassistenten übernimmt.

Der Kreativität freien Lauf lassen

Wie die Jungfilmer erklären, ging es ihnen bei ihrem Pilotprojekt «Cushy» in erster Linie darum, eine aktuelle Problematik filmisch umzusetzen. In «Speedkidnapping» dagegen wollten sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Die Story ist kurz erzählt: Die beiden Hauptakteure lernen sich ungezwungen in einer Bar kennen und werden am nächsten Morgen jäh aus ihrer heilen Welt gerissen, als die kleine Schwester der Protagonistin entführt wird. Nun gilt es, innerhalb von 30 Minuten 10000 Franken aufzutreiben. Wie sie berichten, spornt es sie an, immer neue Dinge auszuprobieren, sich mögliche Szenerien vorzustellen und diese auch umzusetzen. «Ich habe mir überlegt, mit welchen Schwierigkeiten sich ein Regisseur wohl bei einer Szene mit vielen Statisten konfrontiert sieht», sagt Kernwein. Er erinnert sich dabei an eine Szene in Mettmenstetten, als sie einen überfüllten Nachtklub inszeniert haben. «Je mehr Menschen in einer Szene auftreten, desto komplexer werden die Dreharbeiten.»

Dietikon als idealer Drehort

Nachdem sie im August 2009 spontan beschlossen haben, ihren zweiten Kurzfilm zu drehen, stand für Maurer fest, einzelne Szenen in seinem Wohnort zu realisieren. Wie sie berichten, wurde ihrem Unterfangen mit bemerkenswerter Spontaneität und grosser Unterstützung begegnet. Ohne zeitliche Verzögerung bekamen sie die Möglichkeit sowohl in der Schreinerei von Walter Urech als auch in der reformierten Kirche Dietikon ihr Projekt voranzutreiben. «Allen involvierten gebührt ein riesengrosses Dankeschön», fügt Maurer an. Bei ihren Drehtagen hätten sie zudem schnell erkannt, über wie viele interessante Drehplätze Dietikon verfügt. «Da gäbe es noch einige spannende Ecken, die man als Regisseur gerne in einem 16:9-Format sehen würde», sagt Kernwein verheissungsvoll.

Filmschaffen bleibt Hobby

Auf die Frage, ob bereits ein drittes Projekt in den Startlöchern sei, winken beide ab. Zurzeit sind sie gänzlich durch ihr Studium – Maurer studiert Umwelt- und Naturwissenschaften an der ETH, Kernwein Maschinentechnik an der Hochschule für Technik Rapperswil – absorbiert. Kurzfilme zu drehen, biete jedoch nach wie vor einen idealen Ausgleich zu ihrem Studium, ergänzen sie.

Am 20. und 21. Mai findet um 20 Uhr die Premiere des Kurzfilms «Speedkidnapping» im Etzelsaal Wädenswil statt. Der Eintritt ist frei. Sitzplatzreservation sowie weitere Informationen im Internet auf www.coherence-pictures.ch