Die 5000 Arbeitsplätze, die aktuell im Dietiker Gebiet Silbern angesiedelt sind, seien bedroht. Dies lässt das Komitee «Vorwärts Limmattal» verlauten. Den Grund dafür sehen die Verantwortlichen in den Verkehrsproblemen, mit denen das Gebiet konfrontiert ist. Um Kanton und Bund dies zu verdeutlichen, unterzeichnen Vertreter der Limmattaler Wirtschaft und Politik am kommenden Mittwoch ein Manifest mit mehreren Forderungen.

So soll etwa mithilfe einer S-Bahnstation Silbern der Verkehr zwischen Zürich und Baden auf die Schiene verlegt, eine verkürzte Autobahn-Ausfahrt in Dietikon erstellt und der Halbanschluss Spreitenbach zu einem Vollanschluss ausgebaut werden.

Diese Anliegen sind nicht neu. Denn bereits bei der Gründung des Komitees «Vorwärts Limmattal» im Jahr 2010 waren dies die Kernforderungen. Neu verlange man aber auch, dass der Bau der dritten Gubriströhre ohne Verzögerungen durchgeführt wird, sagt Otto Müller, Dietiker Stadtpräsident und Präsident von «Vorwärts Limmattal», auf Anfrage.

Er und der Spreitenbacher Gemeindeammann Valentin Schmid sind Erstunterzeichner des Manifests. «Seit der Gründung hat das Komitee etwa mit der Festlegung des S-Bahnhofs Silbern im kantonalen Richtplan viel erreicht», so Müller weiter. Auch, dass der Bund die Planung zur Verbesserung der Autobahn-Anschlüsse aufgenommen habe, erachte das Komitee als positiv. «Uns geht es jedoch zu langsam. Bei den Firmen und Gewerbetreibenden im Silbern-Quartier macht sich eine gewisse Ungeduld breit», so Müller.

Der grosse Abzug der Unternehmen bleibe zwar bislang aus, trotzdem hätten einige bereits ihren Standort gewechselt. «Damit das Limmattal nicht im Verkehr ertrinkt, muss die Planung schnell an die Hand genommen werden», so Müller.

Bislang hätten sich Vertreter aus allen an Dietikon grenzenden Gemeinden zur Unterzeichnung bereit erklärt, wie Müller sagt. «Der Verkehrsknoten in der Silbern strahlt auf die ganze Region aus. Die von uns geforderten Lösungen sind im Interesse aller.»

Megatunnel gibt Hoffnung

Ist das Manifest unterzeichnet, soll dieses persönlich in diesem Winter an die Verkehrsministerin Doris Leuthard (CVP) überbracht werden. Wann genau, stehe noch nicht fest.

Erst im Juni vergangenen Jahres beantwortete die Bundesrätin Vorstösse des Aescher SVP-Nationalrats Hans Egloff bezüglich einer S-Bahn-Station Silbern. Sie verwies darauf, dass der Bau des Honeret- und des Chestenbergtunnels die Voraussetzung für diese Haltestelle seien. Bereits damals reagierte «Vorwärts Limmattal» irritiert auf diese Antwort. So könne man nicht verstehen, warum die Realisierung erst in Jahrzehnten in Angriff genommen werden könne.

Zwischenzeitlich wichen diese Tunnelpläne jedoch dem Vorhaben, bis ins Jahr 2030 einen 28-Kilometer-Tunnel zwischen Zürich-Altstetten und Rupperswil bei Aarau zu erstellen, wie im vergangenen April bekannt wurde. So habe dieser ein besseres Kosten-Nutzenverhältnis, wie es vom Bundesamt für Verkehr damals hiess.

Auch der Aargauer Regierungsrat unterstützt das Projekt. «Vorwärts Limmattal» begrüsst diese Idee grundsätzlich, da mit dem Megatunnel oberirdisch mehr Platz für den Regionalverkehr geschaffen werde, doch wird auch hier der langfristig angesetzte Zeithorizont bemängelt.