Daniel Gerstgrasser von Meteo Schweiz weiss, dass das Unwetter seinen Ursprung um zirka 16.45 über Niederwenigen im Kanton Aargau hatte und rund eine halbe Stunde später seinen Hagel-Höhepunkt erreichte – über den Gemeinden Dietikon und Weiningen. «Danach schwächte sich das Unwetter ab. Bis es in der Stadt Zürich angekommen war, hagelte es gar nicht mehr», so Gerstengrasser. Erst nachdem die Unwetterzelle einige Kilometer den Zürichsee hinaufgewandert war, fielen erneut Hagelkörner vom Himmel.

Die landwirtschaftlichen Betriebe in der Region wurden stark getroffen. Beim Hof der Familie Bräm in Dietikon war der Schaden immens, wie Kurt Bräm sagt. «Ich habe noch nie so etwas erlebt», sagt er auf Anfrage. Bei seinem Hof, ein Obst- und Ackerbetrieb, hätten einige Äpfel und einige Kirschen das Unwetter unbeschadet überstanden. Der Rest sei kaputt. «Ein Teil meiner Ware war mit Hagelnetzen gesichert. Diese rissen jedoch unter der grossen Last der Eismenge», so Bräm. Der Grossteil seiner Ernte sei zwar versichert, sagt er, «jedoch ist es eine grosse Belastung, zu sehen, dass alles, wofür man mehrere Saisons gearbeitet hat, innert Minuten zerstört werden kann.»

Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Biohof im Fondli. Dort hat auch Anita Lê Spahn einen grossen Teil ihrer Obsternte verloren. «Bei uns sind die Hagelnetze ebenfalls gerissen», sagt sie. Jetzt gehe es zuerst darum, den ganzen Schaden zu sichten und der Versicherung zu melden.

Andere Gemeinden verschont

Einige Kilometer weiter in Schlieren, wo Christian Meier als Obstbauer tätig ist, war der Schaden weitaus geringer. Der SVP-Stadtrat sagt, seine Hagelnetze hätten gehalten und seine Produkte keinen Schaden davongetragen. Auch in Weiningen ist man glimpflich davongekommen. Gemeindepräsident und Weinbauer Hanspeter Haug zeigt sich gar überrascht, dass über seiner Wohngemeinde am meisten Hagel gefallen sein soll. «Unser Betrieb hat keine Schäden zu vermelden. Einzig dem Weizen in der Fahrweid sieht man an, dass es gehagelt hat», so Haug. (aru)