2016 sei für das Ensemble des Dietiker Kolpingtheaters nicht einfach gewesen, sagt Schauspielerin Lucia Stich eingangs. Der Grund: Regisseur Max Häberli verstarb letztes Jahr. «Max, falls du zuschaust, lehne dich zurück und geniesse unsere Komödie.» Danach geht der Vorhang auf und dem rund 200-köpfigen Publikum im voll besetzten Saal des Pfarreizentrums St. Agatha wird am Samstagnachmittag mit «De Erscht isch de Bescht» von Franz Xaver Huber ein Lustspiel in drei Akten geboten.

Ursula, gespielt von Lucia Stich, erzählt ihrer Freundin Brigitte (Michèle Keist), dass sie sich von ihrem Ehemann Heinz (Toni Keist) scheiden liess, weil dieser sich zu oft auswärts vergnügte. Nie wusste sie, wo er war. «Das weiss man doch erst, wenn man Witwe ist», meint die Freundin und erntet Lacher. Oskar, der neue Mann an Ursulas Seite, kommt bei den Frauen – im Gegensatz zu Heinz – schlecht an, was wiederum beim Publikum gut ankommt. Schauspieler Daniel Stillhart überzeugt als streberhafter Oskar mit Streber-Frisur und Brille in karierten Hosen samt Hosenträgern.

Reiche Tante soll helfen

Für sein berufliches Projekt benötigt Oskar Startkapital, weshalb Ursula die reiche Tante Irene in den USA um ein Darlehen bittet. Die forsche Tante weiss jedoch nichts von der Scheidung und besucht die Nichte ganz spontan. Mit «Hello, meine Kinder, da bin ich» und «Heinz, mein Boy, lass dich sehen» verleiht Schauspielerin Helen Gasser der Tante amerikanische Coolness. Ursula und ihre zwei Männer sehen sich gezwungen, der resoluten Tante eine Komödie vorzugaukeln: So wird Oskar zu Heinz’ Schulfreund. Trotzdem vermutet die Tante, dass Ursula Heinz mit Oskar betrügt. Zu all dem bekundet die Hausdame (Rita Stäbler) immer wieder ihre Sympathie für Heinz. Schliesslich übernimmt Tante Irene die Rolle der Friedensstifterin.

Hausdame ist der Favorit

Toll gemacht, meint Zuschauerin Sandra Blattmann. Ihre Mutter Madeleine Eichenberger aus Unterengstringen hat ebenfalls nur lobende Worte für die Aufführung: «Für Laienschauspieler haben sie sehr professionell gespielt». «Sehr gut», findet auch Besucher Hans Gschwend. Seine Frau Ursula Gschwend ergänzt: «Besonders die Hausdame Anita hat mir gefallen».

Als älteste Schauspielerin im Ensemble habe sich Rita Stäbler gedacht, sie hätte die Tante verkörpern sollen. Doch Regisseur Philipp Hirzel nahm einige Veränderungen vor und so wurde aus dem Dienstmädchen eine Hausdame und aus der älteren Tante eine jugendliche Tante, die eine grosse Bühnenpräsenz hat. Dies sei nicht immer einfach. Doch: «Die Kleider sind hilfreich, um in die Rolle der Tante zu schlüpfen», sagt Helen Gasser nach der Vorstellung am Samstagnachmittag.