Dietikon

Im Kampf gegen Foodwaste: Gemeinschaftskühlsschrank im Chrüzi eingeweiht

Seit gestern kann man Esswaren, die noch gut sind, aber nicht mehr gebraucht werden im Kühlschrank der Freizeitanlage Chrüzacher in Dietikon deponieren. Oder Essen für zu Hause mitnehmen.

Gestern Vormittag wurde auf der Freizeitanlage Chrüzacher in Dietikon ein Gemeinschaftskühlschrank von Madame Frigo eingeweiht. Das Angebot soll Foodwaste entgegenwirken. Beim Kick-off vor dem Chrüzi-Kafi versammelten sich die Mitarbeiter der Freizeitanlage sowie drei der vier Freiwilligen, die den Kühlschrank instand halten werden. Wegen des Coronavirus blieb die Veranstaltung im kleinen Rahmen.

Samira Thomen, die seit Anfang Februar ein Praktikum beim Chrüzacher absolviert, realisierte als Praktikumsprojekt den Gemeinschaftskühlschrank. Sie leitete den Kick-off mit einer kurzen Rede ein, in der sie das Konzept eines solchen Kühlschranks erklärte. «Alle können Esswaren, die noch gut sind, aber nicht gebraucht werden, reinlegen oder etwas herausnehmen», sagt sie. Jede Person dürfe so viel mitbringen oder mitnehmen, wie sie will. Ziel sei es, dass so Foodwaste verringert wird. Auf ihre Rede liess die 19-Jährige aus Niederweningen eine symbolische Tat folgen: Sie legte eine Flasche Mango-Lassi in den Kühlschrank, die bei ihr zu Hause niemand mehr trinkt. Danach forderte sie die anderen Anwesenden auf, die mitgebrachten Esswaren – darunter Spätzli und Hirsotto – ebenfalls im Kühlschrank zu deponieren.

Gottis überprüfen Kühlschrank mehrmals pro Woche

Im Chrüzacher wollte man schon seit langem einen Gemeinschaftskühlschrank aufstellen. «Wir sahen, dass es ein Bedürfnis bei den Leuten gab, kostenlose Esswaren für zu Hause mitzunehmen. Der Chrüzacher ist ein guter Standort für dieses gemeinnützige Angebot», sagt Mia Peterhans, stellvertretende Leiterin des Chrüzachers. Thomen habe ihr Praktikumsprojekt trotz der schwierigen Lage mit dem Coronavirus wunderbar umgesetzt. Die Praktikantin nahm Kontakt mit dem Verein Madame Frigo auf, der an über 40 Standorten in der ganzen Schweiz Gemeinschaftskühlschränke bereitstellt. Der Verein lieferte Ende Mai das Gerät mitsamt einer kleinen Hütte aus Metall an, die den Kühlschrank vor der Witterung schützt. Thomen fand zudem vier Gottis, die den Kühlschrank betreuen werden. Viermal pro Woche werden sie die sich darin befindenden Lebensmittel auf ihre Qualität prüfen. «Es war wichtig, Freiwillige für den Unterhalt des Kühlschranks zu finden. Das Projekt ist so breiter abgestützt», sagt Thomen.

Mit niederschwelligem Angebot gegen Foodwaste

Thomen ist überzeugt, dass das Projekt einiges bewirken kann: «Ich merkte auch zu Hause, dass wir einige Esswaren nicht verbrauchen. Mit diesem niederschwelligen Angebot kann man Foodwaste relativ einfach vermindern.» Ausserdem könne durch einen solchen Kühlschrank möglicherweise auch das Gemeinschaftsgefühl gefördert werden.

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