Eine erste Kostenschätzung um die Jahrtausendwende ging von knapp 100 Millionen Franken für einen Neubau des Spitals Limmattal aus. 2007 wurde über 150 Millionen abgestimmt, heute werden 270 Millionen benötigt. Die Zahlen veranschaulichen: In den vergangenen Jahren ist viel passiert, hat sich viel verändert. Geblieben ist der allgemeine Konsens in der Region, dass ein Neubau notwendig ist. Das 1970 eröffnete Hochhaus befriedigt heutige Bedürfnisse an Betriebsabläufe, Komfort und Gebäudeinfrastruktur nicht mehr. Das verteuert nicht nur die Kosten, es ist auch ein Nachteil im Wettbewerb um Patienten.

Abstimmung 2007 war vergebens

Auf 2018 könnte das «Limmi» nun komplett ersetzt werden. Wichtige Voraussetzung dazu ist die Zustimmung in den aktuell 15 Trägergemeinden zur Abstimmungsvorlage vom 22. September 2013.

2007 hatten die Stimmberechtigten bereits einmal abgestimmt über ein Neubauprojekt. Damals ging es um einen Kredit von 149,5 Millionen Franken. Diese Abstimmung, so zeigte sich später, war vergebens. Denn erst stoppte die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich die Umsetzung des Neubauprojekts, später stellte sie dieses aus wirtschaftlichen Gründen sogar generell infrage. Tatsächlich hat sich in diesen Jahren viel verändert. Besonders in den Bereichen ambulante Leistungen und Notfall haben die Fallzahlen zugenommen. Nicht zuletzt trat auf 2012 aber das neue Spitalplanungs- und -finanzierungsgesetz in Kraft, was einen Paradigmenwechsel bedeutete. Das Spital Limmattal muss heute für die Neubaukosten vollständig selbst aufkommen.

2010 wollte die damalige Spitalleitung (nicht nur, aber auch) mit Blick auf die Gesetzesänderung eine neue Strategie fahren. Teile des Spitals sollten privatisiert werden, darunter das Management. Das Spital sollte von Dritten gebaut und dann gemietet werden. Die Strategie scheiterte komplett am Widerstand der Limmattaler Bevölkerung.

Nach überstandenen politischen Querelen, unter neuer Leitung und mit einem neuen Projekt («LimmiViva») ging das Spital Limmattal 2011 neu an den Start. Heute scheint das Neubauvorhaben auf gutem Weg.

66 000 Patienten jährlich

Das Spital Limmattal behandelt jährlich 65 950 Patienten aus dem Limmattal, dem Furttal und der angrenzenden Region. Gut 10 000 davon werden stationär betreut, 55 000 ambulant. Das «Limmi» verfügt über rund 200 Betten im stationären Bereich, 134 Betten im Pflegezentrum sowie zehn Plätze im Tageszentrum. Es zählt rund 1200 Angestellte. Im jährlichen Kosten- und Effizienzvergleich unter den Zürcher Spitälern nimmt das «Limmi» seit Jahren einen Spitzenplatz ein.