Urdorf

Im Hotelzimmer Nummer 9 herrschen chaotische Zustände

Die Spielbühne feierte zum Auftakt ihres 40-Jahr-Jubiläums mit der Komödie «Au das no!» im Embrisaal Premiere. Die Laiendarsteller überzeugten mit ihren schauspielerischen Leistungen.

Das Zimmer 9 des Hotels Du Lac in Adalco bei Lugano ist spartanisch eingerichtet: ein Bett, ein Schrank und ein paar wenige Möbel. An der Wand hängt ein kitschiges Jesusbild, das bei jeder Schwindelei in Schräglage rutscht. Der Inhalt des Lustspiels «Au das no!» in drei Akten von Ronny Sunters - in Dialekt bearbeitet von Rico Spring - ist ebenfalls rasch erzählt: Mit dem Kauf des Hotels Du Lac haben sich der ehemalige Werbechef Peter Feller und seine Frau Madeleine einen Jugendtraum erfüllt. Ihren Lebensabend wollen sie fortan gemeinsam in südlichen Gefilden verbringen. Doch die beiden merken erst nach dem Hotelkauf, dass man ihnen eine jämmerliche Bauruine angedreht hat. Wirklich verfügbar ist eigentlich nur das Hotelzimmer Nummer 9.

Überzeugende Laiendarsteller

Und eben in diesem Zimmer 9 herrscht ein chaotisches Kommen und Gehen. Die verschiedenen Hotelgäste haben unterschiedliche Motive, warum sie im Hotel Du Lac ein Zimmer gebucht haben. Dies führt zu Schwierigkeiten und Missverständnissen. Damit der quirlige Portier Alberto die Lage im Hotel in den Griff bekommt, muss er seinen ganzen Einfallsreichtum mobilisieren.

Um eine solche Verwechslungskomödie wirkungsvoll zu inszenieren, benötigt es allemal eine tüchtige Portion Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl. Da leisteten Sabrina Haller und Sünje Sönnichsen, die selber eine kleine Rolle spielt, ausgezeichnete Regiearbeit. Das Stück kam stets beschwingt, pointenreich und locker daher. Überzeugend spielte Beat Riedle den schlitzohrigen Immobilienhändler. Auch Uschi Armbruster als Schwester Margrit vom Kloster Maria Hilf brillierte. Die junge Svenja Leutwyler erwies sich als ideale Besetzung für die resolute Annemarie Keusch. Und Benjamin Hof als ihr Freund Martin Bleibtreu, sorgte für etliche Lacher, ebenso wie die 20-jährige Sabrina Landolt, die als «Putzfrau Maria Presto» dem Stück die nötige Dosis Italianità verpasste. Eine Glanzrolle spielte Walter Riedle als zupackender Portier Alberto Cavallo. Seine Bühnenpräsenz und sein italienisch gefärbter Dialekt liessen ihn zum wahren Publikumsliebling werden.

Eine grossartige Leistung

Fazit des Premierenabends am Samstag: Mit der Wahl der Komödie «Au das no!» bewies die Spielbühne Urdorf ein goldenes Händchen. Das Stück zum 40-Jahr-Jubiläum überraschte mit überzeugenden Laiendarstellern, mit viel Tempo und Wortwitz. So sagte Gemeindepräsidentin Sandra Rottensteiner nach der Premiere: «Wir sind stolz, in Urdorf eine Spielbühne mit einem solch hohen Niveau zu haben, bei deren Aufführungen man Jahr für Jahr einfach nur staunen, lachen und Freude daran haben kann.» Auch heute Abend sei wirklich «Unterhaltung pur» gewesen. «Ein grosses Kompliment an alle Mitwirkenden für die grossartige Leistung», so Rottensteiner. Und Peter «Leuzi» Leuzinger ergänzte: «40 Jahre Spielbühne Urdorf - einfach sensationell. Wer dieses Theaterstück nicht besucht, verpasst etwas.»

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