Bergdietikon
Im Grunde geht es um Leben, Liebe und Sterben – in kräftigen Farben

Ihre Kunst könnte kaum unterschiedlicher sein, und trotzdem passt sie perfekt zueinander. Ihre erste gemeinsame Ausstellung sei ein grosses Glück, sagen die Künstler Manuel Müller und Gennady Karabinskiy.

Sarah Fuhrer
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Ausstellung des Künstlers Gennady Karabinskiy unter dem Titel «Frostige Wärme»
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Eine Skulptur von Manuel Meier, inspiriert von verschiedenen Kulturen und Epochen, die sich auf- und zuklappen lässt.
Eine der grössten Skulpturen von Manuel Meier, die sich zuklappen lässt.
Das kulturelle Angebot in Bergdietikon wird künftig von der Kulturkommission koordiniert. Im Bild eine Ausstellung der Künstler Gennady Karabinskiy und Manuel Müller in Bergdietikon.
Zwei Werke wurden miteinander kombiniert.

Ausstellung des Künstlers Gennady Karabinskiy unter dem Titel «Frostige Wärme»

Sarah Fuhrer

Früchte, Häuser, Blumen, Menschen mit grossen Augen und teils zufriedenem, teils melancholischem Blick – alles in kräftigen Farben. Das zeigt der Künstler Gennady Karabinskiy derzeit unter dem Titel «Frostige Wärme» in der Bergdietiker Kunstgalerie Bachlechner. Zwischen seinen Ölgemälden stehen Skulpturen aus Holz, Glas, Spiegel und Bronze: die Werke des Künstlers Manuel Müller.

«Die Kunst von Manuel Müller entgeht jeder Definition», sagt Hanns Bachlechner, Besitzer der Galerie, zu Beginn der Vernissage am Samstag. Er sei ein Einzelgänger, ein einsamer Spaziergänger, der Seitenwege begehe. Er kreuze in seinen Werken Epochen und Länder, die weit auseinanderliegen – das Mittelalter mit der Gegenwart, Europa mit Afrika.

Einige der Skulpturen sind klein, andere über zwei Meter gross, sie sind realistisch und gleichzeitig abstrakt und bis ins letzte Detail ausgearbeitet. Einige von ihnen lassen sich bewegen: Man kann sie auf- und zuklappen und dabei geben sie neue Einsichten frei.

Sein Werk sei das Resultat seiner «Faszination der Vielseitigkeit der Erde und der fruchtbaren Eigensinnigkeit, die Welt neu zu entdecken und neu zu besingen», so Bachlechner. «Inspiriert werde ich vor allem von meinem täglichen Leben – und von der Geschichte», sagt Müller.

«Einfach ausgedrückt, aber richtig»

Karabinskiy hingegen bezeichnet das Schicksal des jüdischen Volkes als seine Hauptinspiration. «Jeder sieht aber dahinter, was er versteht», sagt er. Es seien keine vollständigen Geschichten, sondern Momente, zitiert Bachlechner den Kunstkritiker Jürgen Weichardt. Durch das Wesentliche, die Farben, würden die angedeuteten Geschichten mit purem Leben gefüllt. «Er hat einen eigenen Weg zwischen Realität und Surrealismus gefunden, zwischen Historie und Gegenwart» so Bachlechner.

Über die Zusammenarbeit sagt Béatrice Bachlechner: «Wir haben die beiden eingeladen, weil wir von ihnen selbst, ihrem Können und ihrem Werdegang beeindruckt sind.» Ihr Mann sagt, Kunst sei zudem, so wage er zu behaupten, nicht nur Können, sondern auch Kennen und gut mit anderen Personen umzugehen – und das könnten diese beiden sehr gut. Auch die Künstler selbst sind von der Kooperation angetan: «Es ist unsere erste gemeinsame Ausstellung, aber es ist wirklich ein Glück, wie es passt», sagt Karabinskiy. Denn bei beiden gehe es im Grunde um Leben, Liebe und Sterben. «Das ist einfach ausgedrückt, aber richtig», so Müller.

Die Ausstellung läuft bis am 27. April.