Food Waste
Im Gefängnis soll mehr Gemüse angebaut werden

Der Zürcher Regierungsrat setzt in seinen Kantinen und Mensen auf Selbstversorgung und Bio-Produkte, um die Umweltbelastung zu reduzieren, wie er auf eine Anfrage festhält. So wird zum Beispiel in der Justizvollzugsanstalt Pöschwies Gemüse angebaut.

Merken
Drucken
Teilen
Der Kanton Zürich setzt auf Bio-Produkte. (Symbolbild)

Der Kanton Zürich setzt auf Bio-Produkte. (Symbolbild)

Keystone

Der Kanton Zürich führt in seinen verschiedenen Verwaltungsabteilungen und Anstalten zahlreiche Kantinen: Unter anderem bei der Kantonspolizei, im landwirtschaftlichen Aus- und Weiterbildungszentrum Strickhof und beim Amt für Justizvollzug betreibt er eigene Verpflegungsbetriebe. An anderen Standorten – etwa in Fachhochschulen, in der Universität und beim Strassenverkehrsamt – lässt er in den Kantinen und Cafeterias private Anbieter den Kochlöffel schwingen.

Grosses Potenzial

Die Ernährung, der sorgsame Umgang mit Lebensmittel sind aus Gründen der Umwelt- und Klimapolitik relevant, hält GLP-Kantonsrätin Sonja Gehrig in einer Anfrage fest. «Rund 30 Prozent der Umweltbelastung und 18 Prozent der CO2-Emissionen unseres Konsums entfallen auf die Ernährung.» Angesichts dieser Zahlen ist für die Politikerin klar: Hier böte sich die Gelegenheit, die Umweltbelastung durch Anpassungen beim Einkauf und bei der Verarbeitung markant zu senken. Gehrig verweist etwa auf eine mögliche Reduktion des Konsums von Fleisch, aber auch auf den Einkauf von saisonalen und regionalen Produkte. «Es liegt in der Verantwortung und im Interesse des Kantons Zürich, in den eigenen Betrieben geeignete Massnahmen zur Senkung der Umweltbelastung umzusetzen.»

Der Zürcher Regierungsrat geht in seiner kürzlich veröffentlichten Antwort mit der GLP-Kantonsrätin einig: Er unterstütze im Rahmen seiner Möglichkeiten alle Bestrebungen, die zu einer Verminderung der Umweltbelastung führten. Besonderes Gewicht misst er dabei dem Kampf gegen Lebensmittelverschwendung («Food Waste») oder zumindest für deren Eindämmung entlang der gesamten Wertschöpfungskette bei.

Der Regierungsrat verweist auch auf seinen «aktuellen Bericht zum Massnahmenplan Abfall- und Ressourcenwirtschaft 2018-2018», laut dem «aktiv nach Wegen und Mitteln gesucht wird, um auf der Konsumebene Impulse zu setzen, welche Food Waste auf verschiedenen Stufen vermindern sollen.» Nun gut, das klingt jetzt ziemlich politisch-trocken und bürokratisch-technisch – das sagt noch nicht viel aus. Doch der Regierungsrat geht auch beispielhaft und detailreich darauf ein, welche Bemühungen die Kantinen-Küchenchefs unternehmen.

Analyse der Abfälle

So betreibt die Abteilung Strickhof des Amtes für Landschaft und Natur in Lindau und in Wülflingen je eine Mensa. «Durch die Zertifizierung mit dem Label Culinarium verpflichtet sich der Strickhof, dass hochwertige landwirtschaftliche Erzeugnisse aus der Region bezogen werden.» Drei Viertel der Produkte stammen hier aus der Region. Laut Regierungsrat setzt sich im Weiteren beispielsweise auch das Amt für Justizvollzug dafür ein, dass «in den eigenen Verpflegungsbetrieben die Umweltbelastung durch die Ernährung möglichst gering» gehalten wird. «So werden beispielsweise in der Justizvollzugsanstalt Pöschwies jährlich rund 40 Tonnen Gemüse aus Eigenproduktion verwertet.» Der Selbstversorgungsgrad soll jetzt weiter verbessert werden. Zudem werden nun im Gefängnis die Lebensmittelabfälle genau erfasst, um sie inskünftig gezielt vermeiden zu können.

Eine koordinierende, beratende, zentrale Anlaufstelle braucht es aber laut Regierungsrat bezüglich der Kantinen nicht: «Wichtig erscheint, die Herausforderungen auf nationaler Ebene koordiniert und systematisch anzugehen und diese auf kantonaler Ebene über die betroffenen Fachstellen umzusetzen.» (og)