Dietikon
Im Fondli herrscht Abbruchstimmung: Sanierung hat begonnen

Im letzten September bewilligte das Stimmvolk die Zehn-Millionen-Sanierung des Freibades Fondli in Dietikon. Nun sind die spektakulären Abrissarbeiten voll im Gange. Wo eine Woche zuvor noch Badegäste planschten, ist nun ein grosses braunes Loch.

Bettina Hamilton-Irvine
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Die Bagger sind aufgefahren: Für die Neugestaltung der Badi müssen zuerst Becken abgerissen und entfernt werden.
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Das Nichtschwimmerbecken wird komplett neu erstellt
Der Sprungturm wird erneuert und verschoben, zusätzlich gibt es eine Kletterwand
Viel Beton muss zerkleinert und entfernt werden
Das Schwimmerbecken hat eine Erneuerung dringend nötig
Bis im Mai soll die ganze Sanierung des Freibads Fondli abgeschlossen sein
Seit Ende August finden im Fondli Abbrucharbeiten statt
Architekt Florian Hägi auf einer Runde über das Areal

Die Bagger sind aufgefahren: Für die Neugestaltung der Badi müssen zuerst Becken abgerissen und entfernt werden.

Das Durchlaufbecken ist ein harter Brocken. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: Vor Jahrzehnten muss es tief in den Boden hineinbetoniert worden sein. Die Arbeiter haben dort viel mehr Beton gefunden, als sie erwartet haben. Zum Glück ist das kein Problem für den Bagger. Elegant hebt er seinen Greifarm, schwenkt über die bereits mehrheitlich zerbröckelten Überreste des Beckens und sticht dröhnend in den türkisblau bemalten Beton, bohrt sich ruckelnd tiefer, bis dieser auseinanderbricht.

Zuerst muss abgerissen werden

Im Dietiker Freibad Fondli bleibt zurzeit kein Stein auf dem anderen. Anfang letzter Woche sind die ersten Bagger aufgefahren, einen Tag nachdem die letzten Badegäste noch auf der Wiese in der Sonne lagen. Bereits ist das ganze Nichtschwimmerbecken entfernt worden; wo es sich einst befand, klafft nun ein grosses braunes Loch in der Erde. Denn als Vorbereitung für die umfassende Sanierung der Anlage, für die das Stimmvolk im letzten September knapp 10 Millionen Franken bewilligt hat, muss zuerst alles Mögliche ab- und aufgerissen werden.

Ehrgeiziger Zeitplan

«Der Abbruch ist der spektakulärste Teil der Arbeit», sagt Projektleiterin Ingeborg Stengl von der städtischen Hochbauabteilung. Sie macht an diesem Tag gemeinsam mit Architekt Florian Hägi einen Rundgang über das Areal. Mit dem Fortschritt der Arbeiten ist sie zufrieden: «Zurzeit geht es hier zackig vorwärts. Die Veränderungen sind von Tag zu Tag sichtbar.»

Doch zackig vorwärtsgehen wird es auch in den kommenden Monaten müssen. Denn die Zeit drängt, das Ziel ist ehrgeizig. Bis im Mai, wenn die Badesaison wieder anfängt, soll das ganze Freibad komplett saniert sein. «Wir sind dabei auch vom Wetter abhängig», sagt Hägi. Und dieses wird im Winter nicht immer ideal für Bauarbeiten sein: Ist es kälter als 15 Grad, können die Böden nicht mehr geschweisst werden, unter 5 Grad kann auch nicht mehr betoniert werden.

Erneuert werden muss im 1948 gebauten Freibad die gesamte Technik. Der Zustand des ältesten Technikgebäudes war so prekär, dass der Kanton die Betriebsgenehmigung nur noch provisorisch erteilte. Auch die Wasseraufbereitungsanlagen aus den 1970er-Jahren hatten ihre maximale Lebensdauer erreicht. Das bereits 2004 ersetzte Planschbecken ist noch in gutem Zustand. Die drei anderen Badebereiche - Nichtschwimmer, Schwimmer und Sprungbecken - werden neu mit Chromstahlbecken ausgestattet. Zudem gibt es einen Strömungskanal, eine 80-Meter-Rutschbahn, eine Kletterwand, einen neuen Sprungturm und eine attraktivere Parkanlage.

Bäume müssen geschützt werden

Es gibt also enorm viel zu tun bis im Mai. Und es gibt Hunderte von Details zu bedenken: Zum Beispiel, wo der Aushub gelagert wird, wie weit der Sprungturm verschoben werden muss, um den Sicherheitsabstand zur Kletterwand einzuhalten, welche Abhängigkeiten zwischen den Arbeiten bestehen oder wie die Wurzeln der Bäume am besten geschützt werden können. Aber Hägi und Stengl sind zuversichtlich. «Das wird eine gute Sache», sagt Stengl. «Wenn sie denn erst fertig ist.»