Dietikon

Im Final des Wettbewerbs dabei: Hip-Hop-Album mit ugandischen Musikern

Trotz viel positivem Feedback wurde Johannes Küngs Projekt nicht ausgezeichnet. Der Dietiker freut sich dennoch auf die Weiterführung des Projekts und bleibt optimistisch.

Johannes Küng (l.) an der Preisverleihung.

Trotz viel positivem Feedback wurde Johannes Küngs Projekt nicht ausgezeichnet. Der Dietiker freut sich dennoch auf die Weiterführung des Projekts und bleibt optimistisch.

Johannes Küng hat ein Hip-Hop-Album mit ugandischen Musikern produziert: eine Mischung aus Hip-Hop, Reggae, afrikanischen Klängen sowie Dancehall. Heute steht der Limmattaler im Final des kantonalen Jugendprojektwettbewerbs Projekter.

300 Sekunden hat Johannes Küng Zeit, im Musikcontainer in Uster das Projekt «Borda-to-Borda» vorzustellen. 300 Sekunden, in denen der Dietiker zeigen möchte, dass die Hip-Hop-Kultur den interkulturellen Austausch fördern kann. 300 Sekunden, in denen er der Jury des kantonalen Jugendprojektwettbewerbs Emotionen vermitteln will – Emotionen, die der Musiker in seinen Uganda-Reisen erlebt hat.

«Dass es Gewalt, Armut oder Homophobie gibt, das muss man nicht abstreiten. Aber es gibt auch das andere Uganda. Menschen, die Träume und Ziele haben. Menschen, die kreativ sind und Positives bewirken wollen. Ich lernte eine völlig andere Seite des Landes kennen», sagt Johannes Küng, der vor drei Jahren zum ersten Mal das ostafrikanische Land besucht hat.

Als er damals ein sechsmonatiges Volontariat als Schreiner in einem Waisenhaus absolvierte, trat eines Tages das einheimische Breakdance Project Uganda auf. Fasziniert von der Art und Weise, wie die Hip-Hop-Kultur die Kinder begeistern konnte, kam die Idee eines gemeinsam produzierten Albums auf. Gesagt, getan: Im August des letzten Jahres flog der 23-jährige Sozialarbeit-Student in Begleitung des Genfer Rappers Jocelyn Daloz erneut nach Uganda.

Mit dem eigenen Home-Studio im Gepäck, nahmen sie das Album «Borda-to-Borda/ D’une Frontière à l’Autre» mit fünf einheimischen Wortkünstlern – Rappern und Beatboxern – auf: Sieben Songs, die eine Mischung aus klassischem Hip-Hop, Reggae, afrikanischen Klängen sowie Dancehall wiedergeben.

Hip-Hop als bindendes Element

Was mit einer Idee begann, hat sich im Laufe der Zeit zum Projekt «Borda-to-Borda» entwickelt. «Wir wollen den Austausch zwischen unseren Kulturen fördern. Hip-Hop ist das bindende Element, um zueinander zu finden. Das Element, welches einen Einblick in unsere Lebensstile gewährt», erklärt Küng. Das schweizerisch-ugandische Projekt sieht in diesem Jahr fünf Konzerte in der Schweiz – eines auch in Dietikon – und Deutschland vor; zudem vier Fotoausstellungen sowie zwei Workshops, in denen auch die kulinarische Seite des afrikanischen Landes vorgestellt wird.

Weil die fünf ugandischen Musiker erst Ende Mai in die Schweiz reisen, hält das «Borda-to-Borda»-Team einmal wöchentlich eine Projekt-Sitzung via Skype. «Wir unterhalten uns auf Englisch, das klappt eigentlich ganz gut. Wenn es Probleme gibt, so sind diese eher technischer Natur», sagt Küng lachend.

Um das Projekt zu realisieren, hat der Dietiker mit Freunden den Verein YAEP! – Young Artists Exchance Projects gegründet. «Unser Ziel ist es, das Projekt erst einmal erfolgreich fertigzustellen. Aber in Zukunft möchten wir nicht nur Musiker, sondern auch andere Künstler einbinden», erklärt der 23-Jährige.

Zustupf wäre förderlich

Heute Abend hat das Projekt die Chance, einen weiteren Entwicklungsschritt zu machen. Denn den Siegern des Jugendprojektwettbewerbs, der von der kantonalen Kinder- und Jugendförderung okaj zürich sowie der Stiftung Mercator Schweiz organisiert wird, lockt eine Gesamt-Preissumme von 8 000 Franken.

«Ein Zustupf wäre für die Projektrealisierung sehr förderlich. Um Flugtickets und Visa zu kaufen sowie Transporte zu organisieren, sind wir auf finanzielle Mittel angewiesen», sagt Johannes Küng. Er wird, in Anwesenheit von Rapper Daloz, im Musikcontainer in Uster das Projekt der achtköpfigen Jury und den Zuschauern vorstellen: 300 Sekunden, in denen er mit Worten und Bildern aus Uganda deren Herzen erreichen will.

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