Ab Februar 2015 müssen die Bergdietiker ihre Postgeschäfte im Volg an der Bergstrasse 37 erledigen, weil die Postfiliale schliesst. Dies teilte die Post gestern via Flyer mit. Das Konzept der Postagentur wurde in der Region bereits an einigen Standorten realisiert, wie etwa in Aesch oder Oetwil. Es basiert darauf, dass in kleinen Dorfläden Briefe und Pakete abgeholt und aufgegeben, Briefmarken gekauft und Einzahlungen getätigt werden können. Die Inhaber eines Postfachs sollen laut Flugblatt in den nächsten Tagen über eine geplante, freistehende Fachanlage informiert werden.

«Aufgrund der rückläufigen Nutzung wird der Betrieb der Poststelle immer unwirtschaftlicher», schreibt die Post auf dem Flugblatt. Dies, weil sich die Kundenwünsche mit dem Aufkommen der E-Mail, der SMS und des Internetbankings rasant verändert haben und als Folge nicht mehr so viele Menschen das Postbüro aufsuchen und dort ihre Geschäfte tätigen.

Exekutive bedauert Schliessung

Weiter schreibt die Post, dass der Gemeinderat bedauere, dass die Bergdietiker Poststelle ihre Türen schliesse. Die Exekutive vertrete weiterhin die Ansicht, dass eine Poststelle für Bergdietikon wichtig sei. «Der Bevölkerungszuwachs sowie die Ansiedlung der Industriebetriebe müssten nach Ansicht des Gemeinderates für ein genügendes Kundenpotenzial sorgen», so die Post. Zudem heisst es auf dem Flyer, dass der Gemeinderat die Lösung mit einer Postagentur akzeptiert habe und ein Überprüfungsverfahren daher nicht für notwendig erachte. Ein solches würde er als wenig erfolgsversprechend einstufen.

Gemeindeschreiber Patrick Geissmann präzisiert auf Anfrage, dass der Gemeinderat nicht gegen die Schliessung rekurriert, weil auch andere Gemeinden damit keinen Erfolg hatten. «Der Gemeinderat hat in diversen Gesprächen alles unternommen, was möglich war. Die Post ist jedoch am längeren Hebel», sagt er weiter.

Willy Egger vom Bergdietiker Bürgerforum kämpfte an vorderster Front für den Erhalt der Poststelle. Im Februar 2013 reichte der Verein 520 Unterschriften bei der Post ein. Ohne Erfolg wie sich nun herausstellt. «Natürlich bin ich enttäuscht, dass die Postfiliale nun schliesst», so Egger. Obwohl er selber kein fleissiger Postgänger sei, hätten er und seine Kollegen vom Bürgerforum für die älteren Leute gekämpft, die nicht mehr mobil sind, sagt er weiter. «Als Unternehmer habe ich jedoch durchaus Verständnis für den Entscheid der Post — betriebswirtschaftlich machte die Bergdietiker Filiale wirklich nicht viel Sinn.»

Verfahren wäre Zeitschinderei

Dass der Gemeinderat keine Überprüfungsverfahren bei der Post beantragte ist für Egger kein Problem. «Die Exekutive hat hier richtig gehandelt. Ein neues Verfahren wäre nur Zeitschinderei gewesen und hätte niemandem etwas gebracht», sagt er. Zudem sei das Agenturkonzept der Post keine schlechte Sache, da so die nötigen Dienstleistungen noch immer erhältlich seien.