Fahrweid

Im Dorfladen gehen die Lichter aus

Heinz Widmer muss seinen Anfang 2009 eröffneten Laden an der Fahrweidstrasse 54 schliessen.

Heinz Widmer muss seinen Anfang 2009 eröffneten Laden an der Fahrweidstrasse 54 schliessen.

«Es tut weh. Der Laden ist mein Kind», sagt Heinz Widmer. Knapp dreieinhalb Jahre nach der Eröffnung ist Schluss. Der Betreiber des Fahrweider Dorfladens sieht keine andere Lösung, als das Geschäft an der Fahrweidstrasse zu schliessen. Bereits kommenden Montag beginnt der Räumungsverkauf.

Gesundheitliche Gründe haben Widmer zu diesem Schritt bewogen. «Ich kann den Laden nicht mehr alleine führen und musste deshalb eine zusätzliche Arbeitskraft einstellen», so Widmer. Das habe höhere Kosten zur Folge. «Es rechnet sich nicht mehr. Deshalb habe ich mich zur Schliessung entschlossen», sagt Widmer. Besonders schmerze ihn, dass der Laden kontinuierlich an Kundschaft gewonnen habe und nun nicht mehr weitergeführt werden könne. «Die Leute sind sogar aus Dietikon zu mir gekommen. Besonders das Brot und die Gipfeli waren weitherum bekannt», so Widmer. Profitiert habe er dabei in erster Linie von der Lage an einer Durchgangsstrasse. Bis zuletzt habe er deshalb gekämpft, um den Laden weiterführen zu können. «Ich musste aber einsehen, dass es nicht mehr geht», hält er fest.

Damit ereilt Widmer das gleiche Schicksal wie sein Vorgänger. Dieser musste sein Lokal knapp ein Jahr nach der Eröffnung wieder schliessen. Zuvor hatte es in der Fahrweid lange überhaupt keinen Dorfladen. Doch auch Widmer stand bereits einmal kurz davor, seinen Laden zu schliessen. Vor etwas mehr als zwei Jahren wurde ihm der Mietvertrag gekündet. Die Gründe für Widmers missliche Lage waren damals vielfältig. Im Sommer 2009 waren sämtliche Kühlregale ausgestiegen. Widmer musste alle ersetzen, was zu einem grossen Loch in der Kasse führte. Zudem entwickelten sich die Kundenzahlen nur schleppend. Das führte dazu, dass er mit der Miete im Rückstand war.

Allerdings kam es danach, anders als heute, zu einem Happy End. Widmer konnte die ausstehende Miete bezahlen. Die Kündigung des Vertrages wurde daraufhin zurückgenommen. Geholfen hatte damals auch die Solidarität seiner Kunden. Mit Fragebogen hatte Widmer im Quartier auf seine missliche Lage aufmerksam gemacht und dabei viele positive Reaktionen auf seinen Laden erhalten. Viele Kunden hatten sich darum bemüht, Bekannte dazu zu bewegen, in der Fahrweid einzukaufen, um das Überleben des Ladens zu sichern.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1