Dorffäscht
«Im Dorf säged d’Lüt enand grüezi» – alte und neue Aescher lernen sich kennen

Aesch hat «nur» 1467 Einwohner, übers Wochenende kamen über 1000 Besucher zum Dorffäscht. Unter dem Motto «Alt-Aesch trifft Neu-Aesch» pflegte das ganze Dorf den Austausch.

Ly Vuong
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 Am Samstag sind rund 700 Festbesucher nach Aesch gekommen - hier im Zelt wartend auf das Abendprogramm und schlemmend von der Festwirtschaft des Knabenvereins Aesch bedient.
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Dorffest Aesch
 Auch die Tanzfabrik Urdorf war an der Abendunterhaltung dabei hier tanzten die Maedchen Hiphop.
 Bei den Sprechenden Buechern erfaehrt der Besucher Spannendes ueber Aesch und ihre Menschen - man kann ein Gespraech fuehren etwa mit der Regisseurin Sabine Harbeke (vorne rechts) - vis-a-vis von ihr Pfarrer und Ureinwohner Hans Ulrich Baeumler.
 Bei der Neuzuzuegerinformationsanlass kamen ueber 100 Neuzuzueger von den 250 Einwohner die seit letzten November neu in der Gemeinde wohnen
 Beim offenen Singen gibt der oekumenische Singkreis Birmensdorf-Aesch und der Frauenchor Aesch den Festbesuchern die Moeglichkeit im Chor zu singen und bei der Begruessung der Neuzuzueger gleich aufzutreten.
 Beim Stand der SVP Aesch konnte man Kuh melken - ein Wettbewerb wer am meisten Milch melkt in einer Minute.
 Beim Stand Sprechende Buecher kann man einen Termin bei einer Person mit einer spannenden Taetigkeit vereinbaren und im Gespraech Spannendes ueber diesen und seine Taetigkeit erfahren - im Bild Klaus Herbig links und eine Besucherin.
 Der Feldschuetzenverein zeigte sich von einer komischen Seite mit Diana und den Warner Brothers.
 Der neue Schulleiter Bernhard Schmidt gab Einblicke in die Strukten der Schule und zeigte wie die Schule die Kinder dort abholt wo sie stehen.
 Die 8-jaehrige Milia beim Bullriding - spaeter im Abendprogramm wird sie mit den Aescher Kinder singen.
 Die 15-jaehrige Soraya Veronesi fuehrt Sophie Zuellig auf dem Pony - dabei muss Soraya darauf achten dass das Tier nicht zu frech ist weil es immer fressen moechte.
 Die Kinder vom Kinderturnen zeigten kleine Kunsstuecke.
 Die Mamis der Unihockeyaner Limmattal bieten Crepes an - von links Nicole Werginz Sabine Bachmann Alexandra Hiltebrand Nicole Niklaus und Cedric Werginz.
 Die Theaterleute von der Theatergruppe Aesch haben auch eine Lounge bei ihrer Schlaeckbar.
 Die Turnvereine Aesch schlossen sich 2017 zusammen - beim Dorffaescht sind sie mit dem Spielstand Hau den Lukas anwesend - im Bild von links Yven Gurtner Pascal Meier Lena Kuemmerli Pascale Hofstetter Manja Scherrer und Stefan Zuellig.
 Diese Kids machen Naegel mit Koepfen - jeder Kopf wird versenkt bei einem Hammerschlag.
 Ein Karussell darf bei einer Chilbi nicht fehlen.
 Gemeindepraesident Johann Jahn stellte die Gemeinde vor - von Historischem uebers Leitbild bis zu einem kleinen Stadtrundgang erfuhren die Neuzuzueger einiges ueber Aesch.
 Im Sportclubcafe Aesch wurden auch Bilder von Aesch frueher ausgestellt.
 In den Nachthimmel hinein zeigte Julienne Berard ihre Aerial Show 2.
 Peter Bretscher mit Nachbarin vom Stand des Natur- und Vogelschutzvereins Lerchen Aesch - das Ziel ist ueber die Natur zu informieren um sie zu erhalten.
 Sandra Grueninger mit Freund Stephan Lipp - Grueninger ist TCM-Therapeutin in Aesch hier gefaellt ihr die gute Durchmischung der Bevoelkerung - es sei herzig wie Alt- und Neu-Aescher miteinander etwas auf die Beine stellen - wie hier das Dorffaescht.
 Schiessen ist immer noch beliebt bei Kindern und Jugendlichen sagte Patrick Eichta vom Feldschuetzenverein Aesch - die einen Schiessstand beim Dorffaescht betrieb.
 Viel Joehs erntete der Auftritt des Muki-Turnens.
 Viele Suesses gibt es beim Schlaeckstand der Theatergruppe Aesch.
 von links Karin Stoop und Silvia Mueller vom Sportclub Aesch die Kuchen im Sportclubcafe Aesch anboten.
 von links Livia Friedrich Andrea Friedrich und Stefan Carigiet - sie freuen sich auf die Abendunterhaltung beim Dorffaescht.

Am Samstag sind rund 700 Festbesucher nach Aesch gekommen - hier im Zelt wartend auf das Abendprogramm und schlemmend von der Festwirtschaft des Knabenvereins Aesch bedient.

Ly Vuong

Die Aescher feierten am Wochenende ihr Dorffäscht, das alle zwei Jahre stattfindet. Unter dem Motto «Alt-Aesch trifft Neu-Aesch» zelebrierte die Gemeinde den Wandel. In zehn Jahren wuchs die Bevölkerungszahl von 1000 auf 1467 an. Von Alt-Aeschern hörte man den Wunsch, die Gemeinde solle ihren Dorfcharakter beibehalten, weshalb Neu-Aescher in die Dorfkultur eingeführt werden sollen. Dabei zeigte sich, dass ein Dorffest eine gute Gelegenheit ist, sich kennen zu lernen.

«Das Dorffäscht ist auf reges Interesse gestossen. Unser Ziel ist erreicht», sagte OK-Präsident Martin Steiner. Gekommen sind am Samstag über 700 Feierlustige und insgesamt über 1000 Besucher. Ein vielseitiges Programm stellten die dorfeigenen Vereine auf die Beine, die das Fest nutzen, um sich zu präsentieren und Neu-Mitglieder zu gewinnen.

In einem Verein mitzumachen, helfe, sich schnell im Dorfleben einbringen zu können, sagte Rahel Helfenberger, die mit ihrem Haldenhof Ponyreiten für Kinder anbot. Beim Chilbi-Stand der Partei SVP Aesch konnte man sich beim Melken messen. «Mit diesem Spiel wollen wir die Wichtigkeit der Landwirtschaft aufzeigen», sagte Mario Bonato, Vizepräsident der Partei. Auch die Theatergruppe Aesch wollte etwas zurückgeben: «Mit dem Schläckstand und der Schläckbar bedanken wir uns bei den Zuschauern, die zu unseren Vorführungen kommen», sagte Marlies Wüthrich.

«Schiessen ist beliebt bei den Jugendlichen», stellte Patrick Eichta vom Feldschützenverein Aesch fest. Es haben sich beim Schiessstand schon einige Interessierte eingetragen. Der Sportclub betrieb ein Café mit Kuchen, während der Knabenverein für die ganze Festwirtschaft sorgte. Auch der Frauenverein und der Natur- und Vogelschutzverein Lerchen zeigten sich.

Die Kulturkommission wartete mit einem speziellen Programmpunkt auf. Bei den «Sprechenden Büchern» konnte man ein Gespräch mit Aeschern vereinbaren, die eine spannende Tätigkeit haben, wie etwa Regisseurin oder Pfarrer. «Ich wusste nicht, dass Aesch vor 50 Jahren 30 Bauernhöfe hatte. Heute sind es nur noch fünf Vollbetriebe», sagte Tanja Grüninger. Dies erfuhr sie vom «Ureinwohner» Hans Ulrich Bäumler, dessen Vorfahren seit 200 Jahren als Bauern in Aesch tätig waren. In den Gesprächen habe er gehört, dass Alt-Aescher sich über die Neuen beklagten, weil diese nicht grüssen würden, sagte der 72-jährige Pfarrer Bäumler.

Diese Klage ist dem Gemeindepräsidenten Johann Jahn bekannt. Man habe ihn auch schon mal gebeten, die Neuen aufzufordern, im Dorf zu grüssen. «Ich mache so etwas nicht, lebe es aber vor.» Neue aus der Stadt seien sich nicht gewohnt, bei der Bushaltestelle Unbekannte zu grüssen. Das Fest sei eine Gelegenheit, sich kennen zu lernen und später auch zu grüssen, erklärte Jahn.

Neuzuzügeranlass am Dorffest

Beim Informationsanlass für Neuzuzüger stellte er den über 100 anwesenden Neu-Aeschern die Gemeinde vor, indem er ihnen das Leitbild der Gemeinde näherbrachte. Eingeladen waren 250 Einwohner, die sich seit letztem November Aescher nennen dürfen. Der neue Schulleiter und die Schulpflegepräsidentin gaben bei dieser Gelegenheit Einblicke in die Primarschule. Im Anschluss zum Informationsanlass trafen sich Alt-Aescher und Neu-Aescher an einem gemeinsamen Apéro.

Neben Auftritten der Kinder und Jugendlichen vom Turnverein war ein Highlight der Abendunterhaltung vom Samstag die «Aerial Show» von Julienne Bérard. Hoch oben, in den Nachthimmel hinein zauberte sie am Vertikaltuch akrobatische Kunststücke. Dass das Grüssen im Dorf Tradition hat, zeigte sich im Liedtext «Mis Dorf» von Kurt Steiner von 1978. Begleitet von der Harmonie Birmensdorf sangen die Aescher Kinder daraus: «Im Dorf säged d’Lüt enand grüezi».