Aesch

Im Bordell kommt’s zum Lustspiel

Die Theatergruppe Aesch feierte ihren 121. Auftritt im Gemeindesaal mit einer verrückten Erbschaftsgeschichte.

Der Vorhang geht auf und die Sünden in der neuen Inszenierung der Theatergruppe Aesch nehmen ihren Lauf. In einem Bordell wedelt der Mieter namens Bobbo mit einem pinken Putzwedel in der Hand an einem Kunstwerk herum und schwingt seinen Allerwertesten in pinken Höschen über die Bühne. An den Füssen trägt er Pantoffeln mit glitzernden Einhörnern. Der gekonnte Auftritt von Roger Peter aus Zwillikon sorgt bereits nach wenigen Sekunden für grosses Gelächter im Publikum.
Das Stück «S Puff mit de Erbschaft» von Uschi Schilling bedient sich sämtlicher Klischees und ist gespickt mit witzigen Textpassagen. Dass es sich beim Titel um ein Wortspiel handelt, wird spätestens klar, als die beiden Frauen Natja Polanska und Lilly Oberli auftauchen. Die beiden werden amüsant gespielt von Christina Baur-Struchen und Silvia Huber. In ihren unterschiedlichen Kostümen versuchen sie ihre Bleibe zu retten, denn das Haus wird einer unbekannten Nichte namens Julia Sutter vererbt.

Nach einer gelungenen Premiere ging es weiter

Es war die 121. Aufführung der Theatergruppe Aesch, die heute Nachmittag im Gemeindesaal Nassenmatt über die Bühne ging. Zum ersten Mal überhaupt kamen Elsbeth Lier aus Oberengstringen und Ellen Freundorfer aus Dietikon an eine Vorführung. «Die Rolle von Joe, der auf einmal als Frau auftreten muss, ist sehr gut gespielt», lobte Freundorfer den Auftritt von Heinz Bren aus Aesch. Er zeige eine gute Mimik, die in der vordersten Reihe sehr gut zur Geltung komme. Seit der ersten Szene sei es durchs Band ein unterhaltsames Stück und die Leistung der Schauspielerinnen und Schauspieler sehr gut. «Ich hätte nicht den Mut dazu, auf einer solchen Bühne aufzutreten», äusserte sich Lier.
Bereits gestern Abend feierte die Truppe mit dem Stück Premiere. «Gestern gab es noch Livemusik mit dem Duo Grenzenlos», erzählte Marlies Wüthrich. Sie ist seit der Gründungszeit im Ensemble und spielte ausnahmsweise in diesem Jahr nicht mit. Der Anlass am gestrigen Sonntag sei für jene Gäste, die eher einen ruhigen, unterhaltsamen Nachmittag bevorzugen. «Gestern knisterte es auch noch etwas mehr», sagte Maya Altorfer. Sie spielte viele Jahre mit und kümmerte sich in diesem Jahr um das beachtliche Dessertbuffet. Hingegen zum ersten Mal auf und nicht hinter der Bühne war Sven Thomi. Besonders ein gescheitertes Liebesgeständnis an seine Auserwählte Natja wurde mit Zwischenklatschen gelobt.
Gleich ein Bild von zwei Vorstellungen machen, konnte sich Walter Schüpbach. Seine Frau Sonja übernahm das erste Mal eine Rolle und spielte Julia. «Ich wusste manchmal den Text besser als sie beim Üben. Es war sehr viel Text zu lernen», erzählte er. Die Überraschung kam für ihn aber mit der Premiere: «Das Bühnenbild und die ganzen Requisiten haben mich positiv überrascht und es ist hervorragend inszeniert», sagte er und lobte damit auch die Regisseurin Cornelia Gurtner aus Aesch. Wer einen unterhaltsamen Abend wolle, dem sei mit einem Laienschauspiel immer gedient.

Autor

Cynthia Mira

Cynthia Mira

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