RAV
Im Bezirk Dietikon erreicht Arbeitslosigkeit neues Rekordhoch

Nach einer Berg- und Talfahrt schliesst das Jahr 2014 mit einer besonders hohen Arbeitslosenquote ab. Doch die mittel- bis langfristigen Prognosen sind gut.

Sophie Rüesch
Drucken
Teilen
Arbeitslosigkeit im Bezirk Dietikon im Jahr 2014

Arbeitslosigkeit im Bezirk Dietikon im Jahr 2014

Keystone
Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Bezirk Dietikon im Jahr 2014

Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Bezirk Dietikon im Jahr 2014

AMT FÜR WIRTSCHAFT UND ARBEIT DES KANTONS ZÜRICH

Im Dezember waren auf dem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) Dietikon 2247 Personen arbeitslos gemeldet, wie das kantonale Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) am Freitag mitteilte. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 5,3 Prozent — und einem neuen Rekordwert für den Bezirk Dietikon, dem ewigen Schlusslicht im Kanton.

Nachdem sich die Quote Anfang 2014 noch auf einer Talfahrt befand, stieg sie seit August wieder steil an, auf einen Wert, der satte 0,7 Prozentpunkte über dem Wert des Vorjahresmonats liegt. In absoluten Zahlen: Im Dezember 2013 gab es noch 296 Arbeitslose weniger als im Dezember letzten Jahres. Damit geht der grösste Teil des im gesamten Kanton registrierten Anstiegs auf das Konto des Bezirks Dietikon: Vergleicht man die Dezemberwerte von 2013 und 2014, waren insgesamt 355 Personen mehr als arbeitslos registriert. Damit betrug die kantonale Quote im vergangenen Monat 3,5 Prozent, womit sie 0,1 Prozentpunkte über der nationalen zu liegen kommt.

Die Entwicklung im Bezirk lässt sich einmal mehr vor allem auf saisonale Effekte zurückführen, die im Limmattal aufgrund seiner regen Bautätigkeit stärker zum Tragen kommen als in anderen Bezirken. Ein solch konstant hohes Niveau der Arbeitslosigkeit kann sich jedoch selbst der Leiter des RAV Dietikon nicht abschliessend erklären — obwohl der Bausektor schon seit langer Zeit der Haupttreiber der hohen Limmattaler Arbeitslosenzahlen ist. Peter Greif spricht von den «ewig wiederkehrenden Teilzeitarbeitlosen»: den schlechter qualifizierten Hilfsarbeitskräften, meist aus dem Ausland und männlich, die wegen des günstigen Wohnraums hier leben und denen die zahlreichen Baufirmen der Region den Winter über keine Arbeit anzubieten haben.

Auffallend sind die starken saisonal bedingten Schwankungen im Bezirk Dietikon vor allem im Vergleich zum gesamten Kanton, in dem die Arbeitslosigkeit laut AWA 2014 ohne eindeutige Auf- oder Abwärtstrends insgesamt stagnierte. «Es sind wirklich sehr hohe Ausschläge, die wir im Vergleich zu den kantonalen Werten registriert haben», sagt auch Peter Greif.

Vorsichtiger Optimismus

Mit Einschätzungen zur weiteren Entwicklung ist der RAV-Leiter denn auch vorsichtig. Trotzdem wagt er die Prognose, dass die Arbeitslosigkeit mittel- bis langfristig sinken dürfte. Denn was sich heute in hohen Quoten niederschlägt, könnte morgen schon deren Ende sein: Ist der moderne Wohnraum in der Region erst einmal bezogen, rechnet Greif mit einer Verschiebung der demografischen Zusammensetzung hin zu einer höher qualifizierten Einwohnerschaft, die weniger anfällig auf Arbeitslosigkeit ist.