Dietikon, Gleis 6: Der stellvertretende Dietiker Stadtschreiber Uwe Krzesinski und Stadtpräsident Roger Bachmann (SVP) warteten am Freitagvormittag auf den Interregio-Zug, der hohen Besuch aus Zürich bringt. Regierungsrat Ernst Stocker (SVP) hatte zu seinem traditionellen Sommerspaziergang geladen, der heuer in Dietikon stattfand. Ehe Stocker und seine Entourage in der «Krone» einen Einblick in ihre Milliardenbuchhaltung gewährten, nahm Bachmann sie mit auf eine Tour de Dietikon.

Angefangen beim Bahnhofplatz, wo gerade die Bremgarten-Dietikon-Bahn durch die «Bären»-Kurve quietschte. «Zu ihr haben wir Dietiker ein ambivalentes Verhältnis, ist sie doch primär ein Zubringer aus dem Aargau», erklärte Bachmann dem hohen Gast. Ebenso wies er auf die Weiterentwicklung des Bahnhofareals hin, in Rahmen derer unter anderem der Park-and-Rail-Parkplatz überbaut werden soll (die Limmattaler Zeitung berichtete).

Auf der Ostseite des Bahnhofs erwähnte Bachmann das neue Kulturzentrum Gleis 21, in dem jetzt der Innenausbau läuft und in dessen Vereinsvorstand auch Christian Höhener aus dem Altberg-Quartiert mitwirkt. Er ist vielen durch das Duo Lapsus bekannt. Vor Ort zeigte Bachmann auch zur Nötzliwiese. «Es wäre eine Variante gewesen, mit dem Gummiboot von Zürich hierherzukommen», sagte er zu Stocker und den Journalisten aus dem Rest des Kantons. Als Gummiboot-Hochburg und mit dem Gleis 21 soll Dietikon künftig vermehrt in gutem Licht gezeigt werden.

Dann ging es um die Gegensätze von Dietikon. Hier der 1847 eröffnete Bahnhof der Spanisch-Brötli-Bahn, da die modernen, 2013 und 2014 fertiggestellten Wohngebäude der Genossenschaften Schächli und Eigengrund und dort der 2015 eröffnete Limmat-Tower. Dieser hat es Regierungsrat Ernst Stocker besonders angetan. «Das ist ja schon fast Konkurrenz zur Stadt Zürich», sagte er. In seiner Heimat Wädenswil bläst Hochhäusern hingegen gerade ein steifer Wind entgegen: Eine Initiative verlangt dort ein Hochhausverbot.

Weiter gings zum Rapidplatz, der dank des im Mai eingeführten Fiirabigmärts lebendiger geworden ist. Dann, mit kurzem Zwischenstopp in Sichtdistanz des Bezirksgebäudes, lotste Bachmann die Gäste ins alte Dietikon mit «Krone», «Altem Bären» und Zehntenscheune. Dieser steht wie dem Bahnhof eine Neuentwicklung bevor. Das «rasante Tempo» der Stadtentwicklung mache manchen Angst, erklärte Bachmann den Besuchern. Angekommen in der Garten-Beiz der «Krone», meinte Ernst Stocker: «Ihr habt es richtig schön hier in Dietikon, ich weiss gar nicht, wieso Ihr jammert. Die Stadt entwickelt sich in einem positiven Sinn, so nehme ich das wahr.»