Mein Ding: FeuerWehrmann
«Ich wollte schon immer etwas für die Allgemeinheit tun»: Feuerwehrmann aus Leidenschaft

Liana Soliman
Drucken
Teilen
Das grösste und schwerste: Silvan Spiess in seinem Lieblingslöschfahrzeug.

Das grösste und schwerste: Silvan Spiess in seinem Lieblingslöschfahrzeug.

Limmattaler Zeitung

Der Alarm geht los. Sie lassen alles stehen und liegen und eilen schnell aus verschiedenen Ecken in Dietikon zum Stützpunkt der Feuerwehr an der Bremgartnerstrasse 24. Sie schlüpfen in die Anzüge, nehmen ihre Helme und Atemschutzmasken mit und steigen in das Feuerwehrfahrzeug. Der Motor wird gestartet und die Fahrt zum Einsatzort geht los. «Das dauert sechs Minuten», sagt Silvan Spiess. Der stellvertretende Stützpunktkommandant kennt den Ablauf in- und auswendig: Seit 20 Jahren setzt er sich auf freiwilliger Basis für den Schutz der Dietiker Bevölkerung ein.

«Ich wollte schon immer etwas für die Allgemeinheit tun», sagt der 39-Jährige, der in Dietikon aufgewachsen ist. Mit 19 Jahren hat er als Soldat bei der Feuerwehr angefangen. Ihn fasziniert der technische Aspekt: Man muss grosse Fahrzeuge fahren und verschiedene Geräte bedienen können. Am wichtigsten findet Spiess aber das Soziale: «Es ist ein schönes Gefühl, wenn ich den Menschen helfen und Schäden minimieren kann.»

Dies macht er zusammen mit einem 86-köpfigen Team. Das Kameradschaftsgefühl ist stark. «Wir unternehmen auch in unserer Freizeit Dinge zusammen», sagt Spiess, der neben der freiwilligen Arbeit bei der Feuerwehr als Regionalleiter an der Höheren Fachschule SFB nicht unweit des Stützpunkts tätig ist. «Um diesen Dienst machen zu können, braucht man tolerante Arbeitgeber, die uns unterstützen.» Schliesslich müssen die Helfer Tag und Nacht auf Abruf erreichbar sein und für Einsätze ihren Arbeitsplatz auf der Stelle verlassen können, um zum Stützpunkt zu eilen.

Sie helfen in vielen Lagen

Jährlich hat die Feuerwehr Dietikon etwa 180 Einsätze. Als Kader kommen für Spiess 70 Mannschaftsübungen dazu. «Wöchentlich koordiniere ich etwa ein Training.» Er hat sich, nachdem er Offizier wurde, für die Ausbildung zum Instruktor entschieden. «Man durchläuft ein strenges Auswahlverfahren. Ich bilde nun angehende Feuerwehrfrauen und -männer aus», sagt Spiess.

Für die Tätigkeit braucht es unterschiedliche Fähigkeiten: «Man muss handwerklich geschickt sein und eine gewisse Sozialkompetenz besitzen, weil man mit vielen Leuten zu tun hat.» Feuerwehrleute finden sich in den unterschiedlichsten Situationen wieder. «Man muss wirklich flexibel sein und sich schnell in einer Situation zurechtfinden können.» Es gebe kein Lehrbuch, das sagt: «Das ist der Einsatz Nummer 57.» Die Helfer müssten sich immer neu finden.
Die unterschiedlichen Situationen zeigen sich auch in den verschiedenen Einsatzbereichen der Feuerwehr. Feuer zu löschen, sei nicht die Hauptaufgabe der Mannschaft. Das Team kommt zum Einsatz bei Strassenrettungen, Schäden durch Unwetter, Öl- und Chemieunfällen, Unfällen auf der Autobahn, bei denen Personen aus dem Fahrzeug rausgeschnitten werden müssen, oder als Traghilfe bei Übergewichtigen.

«Nicht alle Feuerwehrleute kommen gleich gut mit Vorfällen klar, in denen eine Person befreit werden muss, die sehr stark verletzt ist und beispielsweise das Bein verloren hat», sagt Spiess. Überdies unterstützt die Dietiker Feuerwehr auch die Nachbarsgemeinden. «Als Stützpunkt besitzen wir mehr Geräte und Fahrzeuge, mit denen wir helfen können.»

Die Helfer haben eine Bitte

Eines ist dem Feuerwehrmann besonders wichtig: «Wenn wir kommen, dann sollte man uns Platz machen.» Viele würden bei der roten Ampel stehen bleiben und wüssten nicht, was tun. «Man kann langsam über Rot fahren. Hauptsache, es wird für uns eine Rettungsgasse gebildet.»

In der Rubrik «Mein Ding» stellen Limmattaler ihre Leidenschaft vor. Sind auch Sie «besessen» von einer Sache? Wollen Sie zeigen, was Ihr Ding ist? Dann schreiben Sie uns ein E-Mail an redaktion@limmattalerzeitung.ch oder einen Brief an Limmattaler Zeitung, Redaktion, Heimstrasse 1, 8953 Dietikon