Fussball

«Ich will ein Team, mit dem sich das Dorf wieder mehr identifiziert» – Ein Rückkehrer soll es richten

Antonio Caputo nach einem Jahr wieder an die Seitenlinie zurück.

Antonio Caputo nach einem Jahr wieder an die Seitenlinie zurück.

Nach vier Jahren in Schlieren kehrt Trainer Antonio Caputo zurück nach Birmensdorf. Mit dem FC hat er hohe Ambitionen.

Die Fussballsaison ist erst seit vergangenem Samstag beendet. Doch die Vorbereitung auf die nächste Spielzeit läuft bereits auf Hochtouren – insbesondere beim FC Birmensdorf. Nach dem Abgang von Coach Goran Gasic, der in die 1. Liga zu Wettswil-Bonstetten wechselt, wird der Absteiger aus der 2. Liga die nächste Saison mit einem neuen Trainer in Angriff nehmen: Antonio Caputo. Der 41-Jährige war bereits von 2009 bis 2012 Assistenztrainer bei den Limmattalern, die damals noch in der 3. Liga spielten.

Dann wechselte er zum FC Schlieren, wo er zuerst als Assistenztrainer und dann als Trainer engagiert war. Seit letztem Sommer fungierte er als Sportchef in Schlieren. «Ich war ausgelaugt vom Traineramt und wollte mir eine Pause gönnen», erklärt er. «Daher übernahm ich das Amt des Sportchefs.» Er habe aber schon damals gesagt, dass er womöglich nur ein Jahr als Sportchef amten würde.

Das Traineramt hat Caputo jedoch auch in seiner Zeit als Sportchef immer wieder gereizt. Gegen Saisonende stand dann fest, dass er nach Birmensdorf zurückkehren würde – ausgerechnet zu einem Verein, der nächste Saison wieder in der 3. Liga spielen wird. «Das stand noch nicht fest, als ich mich entschieden habe, nach Birmensdorf zu wechseln», sagt er. Aber das Sportliche sei für ihn ohnehin nicht so relevant gewesen. «Ich hatte auch Angebote von Vereinen aus der 2. Liga interregional», verrät er. «Für mich war es jedoch wichtiger, in der Region zu bleiben. Zudem hat sich Birmensdorf sehr um mich bemüht.» Diese beiden Faktoren hätten schliesslich den Ausschlag gegeben.

Neuanfang nach Abstieg

Allerdings: Caputos Aufgabe als Trainer in Birmensdorf dürfte heikel werden, erst recht angesichts der Bilanz der vergangenen Saison. Der Verein hat die abgelaufene Spielzeit als Tabellenletzter mit 20 Niederlagen aus 26 Partien beendet und dabei über 100 Gegentore kassiert. Den daraus resultierenden Gang in die 3. Liga wollen nicht alle Spieler mitmachen. Drei Viertel der Akteure von letzter Saison verlassen gemäss Caputo den Club. Der neue Trainer muss also praktisch einen Neuaufbau vornehmen. «Es ist eine riesige Herausforderung», sagt er. «Denn es ist auch nicht einfach, qualitativ hochwertige Spieler zu finden.» Er geht aber davon aus, dass er dank seines guten Netzwerks den einen oder anderen Spieler nach Birmensdorf lotsen kann.

Sportliche Ziele will Caputo nicht formulieren. «Wir müssen erst mal schauen, dass wir einen drittliga-tauglichen Kader zusammenstellen können», sagt er. Der direkte Wiederaufstieg sei jedenfalls kein Ziel. Er will am 21. August eine Mannschaft präsentieren, die «mit Stolz, Elan und Willen» in die Spiele geht. Und Caputo hat noch ein weiteres Anliegen: «Ich möchte ein Team haben, mit dem sich das Dorf wieder mehr identifiziert, damit auch wieder mehr Zuschauer kommen.»

Hohe Ambitionen, die der neue Trainer der Birmensdorfer hat. «Ich bin halt irgendwie nicht für die einfachen Sachen gemacht», sagt Caputo. «Vielleicht brauche ich einfach solche Herausforderungen.»

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