Zum Abschluss gab Jackie Rubi alles: Im vergangenen Jahr wurde sie von den Lesern der Limmattaler Zeitung für ihren Einsatz im Orgelsurium und als Präsidentin des Vereins Neue Orgel Weiningen zur Förderung der Orgelmusik und zur Limmattalerin des Jahres gewählt. In ihrem Orgelsurium in Unterengstringen ermöglichte sie während 20 Jahren verschiedensten Musikern Auftritte und Jamsessions mit ihr an der Orgel. Am Sonntag ging die Ära nun zu Ende. Zum Abschluss lud Rubi zur «Grande Finale» mit befreundeten Musikern ein. Damit alle mit ihr den Abschluss feiern konnten, fanden gleich zwei Konzerte statt, die beide mit je 90 Besuchern ausverkauft waren.

Der Höhepunkt sei der Gipfel eines Berges, sagte Rubi vor den Besuchern. Den habe sie erreicht, weshalb die Zeit zum Aufhören gekommen sei. Sie freue sich auf neue Herausforderungen und darauf, «fascht nüt meh z’tue». «Ich werde mit guten Erinnerungen und zwei lachenden Augen aufhören», sagte sie. Musikkollege Ray Fein widersprach: «Sie hat drei Augen, zwei lachende und ein weinendes im Innern», sagte der Sänger und Pianist. Zusammen mit Pianist Chris Conz, seines Zeichens Prix-Walo-Gewinner, zauberte Rey temporeiche Boogie-Woogie-Musik auf dem Klavier.

Er war ihr Orgellehrer

Rubi hat ihre Anfänge bis heute nicht vergessen. Auch ihr Orgellehrer Felix Gubser trug am Sonntag zwei klassische Werke vor. Ebenfalls auf der Bühne standen Organist George Fleury und Drummer Brian Wilson, die das Orgelsurium mit ihrem Auftritt im Jahr 1998 eröffneten. 20 Jahre später sorgten sie zusammen mit Saxofonist Duke Seidmann und Posaunist John Service von Picadilly Six mit Jazz-Klassikern für gute Stimmung.

Viel Schwung hatte SRF1-Radiomoderatorin Regi Sager mitgebracht. Sie sang das Stück «It don’t mean a thing» und erklärte im Voraus, dass nichts eine Bedeutung habe, wenn es keinen Swing hat. Begleitet wurde sie von Organistin Rubi, Gitarrist Patrick Oriet, Drummer Charly Weibel und Pianist Chris Conz. Beim allerletzten Song, passenderweise «See you later alligator», kam nochmals viel Feierlaune auf. Die Musik spiegelte die ausgelassene Stimmung wider und man hatte das Gefühl, das Publikum möchte die Musiker nicht mehr gehen lassen. Als Zugabe tischte Rubi ihre Eigenkomposition «Chuchiblues» auf.

«Das Orgelsurium ist einmalig»

Zum Orgelsurium-Konzert gehörte auch die beliebte, hausgemachte gastronomische Begleitung, die Rubis Ehemann Hermann über die Jahre jeweils zubereitete. Überhaupt war das Orgelsurium immer auf fleissige Helferinnen und Helfer angewiesen. «Ich helfe seit fünf Jahren im Service mit, weil Jackie eine Freundin ist», sagte Claire Hochholdinger. «Ich bedauere das Ende sehr, das Team ist mir sehr ans Herz gewachsen», sagte Evelyn Mayerhofer, während sie zügig zwei Teller mit Kartoffelsalat und hausgemachtem Fleischkäse servierte – das Menü zum grossen Finale.

«Ich bin hin und hergerissen, weil das Orgelsurium nun aufhört. Jackie Rubi ist ein Gesamtkunstwerk: tolle Organistin, tolle Organisatorin und beliebte Gastgeberin», sagte Gitarrist Patrick Oriet. Drummer Charly Weibel ergänzte: «Ich habe das Gefühl, Musiker und Publikum sind sehr traurig über das Ende. So etwas wie das Orgelsurium ist einmalig».

Besucherin Ursula Fehr fand es auch sehr schade: «Ein Kulturtreffpunkt wird nun fehlen». Das Finale kam für Zuhörerin Regina Luginbühl aus Oetwil viel zu schnell: «Leider kenne ich das Orgelsurium erst seit vier Jahren», sagte sie. Einen kleinen Trost hatte Rubi am Ende für ihre Fans: Man könne das gastronomische Angebot von ihrem Mann und ihr sowie den Musikkeller des Orgelsuriums immer noch für Anlässe buchen.