Der angehende Senior ist ein Mann, der kürzlich in den Ruhestand getreten ist. Er ist noch rüstig, denn er stand bis vor kurzem mit beiden Beinen im Arbeitsleben. Die Zeit kann er nun frei einteilen, weil er kaum mehr Verpflichtungen hat. Sein Ziel ist es deshalb, eine neue Beschäftigung zu finden, um rüstig zu bleiben.

Diese Beschreibung trifft zum Beispiel auf Ruedi Zgraggen zu. Er war einer von über zwanzig Senioren, darunter viele Frauen, die am Orientierungsnachmittag der Ortsvertretung der Pro Senectute in Schlieren teilnahmen. «Ich möchte gerne etwas Nützliches tun, aber ich weiss noch nicht was», sagte Zgraggen. Auf dem rund zweistündigen Rundgang erfuhr er von vielen Vereinen und Aktivitäten. Seine Tasche, die er beim Start in der Bibliothek erhalten hatte, füllte sich nach und nach mit vielen Broschüren.

Bruno Rüegg, Leiter der Ortsvertretung, ist froh um Leute wie Zgraggen. Es war ihm ein Anliegen, die angehenden Senioren für ein Engagement zu motivieren. «Verpflichtungen halten fit», sagte der Rentner, der mit über 80 Jahren noch tatkräftig mithilft. Rüegg liess es sich auch nicht nehmen, um für die vielen Veranstaltungen der Pro Senectute die Werbetrommel zu rühren. Der Mittagstisch und die Wanderungen seien Anlässe, die sehr gut besucht sind. Er forderte die Senioren auf, nicht zu Hause zu warten, bis der Tag um ist, sondern von den vielen Möglichkeiten zu profitieren. «Es ist nicht interessant, wenn der Mann wartet, bis seine Ehefrau den Haber bringt», witzelte er. Prompt entgegnete ihm eine Seniorin: «Das ist auch nicht lustig für die Ehefrau!»

Die Teilnehmer hatten auch die Möglichkeit Fragen zu stellen. Themen wie Patientenverfügung und Beistände standen dabei im Vordergrund. Bei der Beantwortung verwies Jörg Stüdeli, Leiter des Dienstleistungscenters der Pro Senectute, mehrmals auf die kostenlose Sozialberatung, die den Senioren angeboten wird.

Mit vielen Informationen im Gepäck ging es zum Abschluss ins Restaurant Mühleacker. Dort resümierte Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin bei Kaffee und Kuchen den Nachmittag: «Die vielen kleinen Angebote und Möglichkeiten schaffen eine hervorragende Lebensqualität.»