«Einfach so.» Einfach so hat der Unterengstringer Musiker Thomas Hoffmann dieser Tage sein viertes Soloalbum herausgebracht. «Alphabet der Nacht» heisst das Werk, das wie seine Veröffentlichung ganz ohne Brimborium daherkommt. Das hat viel mit seiner Entstehungsgeschichte zu tun. «Als ich vor zwei Jahren mein letztes Soloalbum ‹Le Travelling begins› veröffentlichte, hatte ich bereits schon viele weitere Songs geschrieben», sagt Hoffmann. Diese wollte er nun mit derselben Band aufnehmen, die ihm auch schon 2016 zur Seite stand.

«Allerdings war es dieses Mal das Ziel, das Album live einzuspielen», so Hoffmann. Getreu dem Motto von Neil Young, dass der erste Take immer der ehrlichste sei. «Es sollte eine möglichst unverfälschte Platte entstehen. Heute hat man im Studio derart viele Möglichkeiten, an den Songs herumzuarbeiten. Darauf wollte ich komplett verzichten», sagt der 38-Jährige.
Gesagt, getan. Im Studio habe er den Mitmusikern seine Songs vorgespielt. Danach habe man sie ein-, zweimal geprobt und dann sei das Aufnahmegerät eingeschaltet worden, sagt Hoffmann. Entstanden ist ein für ihn typisches Singer-Songwriter-Album mit deutschen Texten. Folk, Pop und Rock, sparsam instrumentiert, bilden den Background für seine in Deutsch vorgetragenen Geschichten. Mit sieben Tracks ist das Album eher kurz, was aber auch der Herangehensweise bei den Aufnahmen geschuldet ist.

«Kein Perfektionist»

Hoffmann jedenfalls kann sich vorstellen, seine Alben auch künftig möglichst live und ohne grosse Nachbearbeitung im Studio einzuspielen. «Diese Arbeitsweise passt zu mir, denn ich bin kein Perfektionist und treffe in der Musik meine Entscheidungen aus dem Bauch heraus», sagt er. Mit dem Ergebnis sei er zufrieden, auch wenn es auf dem Album Fehler habe oder man bei der einen oder anderen Passage darüber diskutieren könne, ob man sie nicht hätte anders spielen sollen. «Das ist ja gerade das Schöne am Musikmachen. Man kann es nicht in der Schule lernen, sondern durch stetiges Ausprobieren», so Hoffmann. Musik lasse auch keine Lüge zu. Man könne nicht vorgeben, besser zu sein, als man tatsächlich ist. «Die Musik hält dir immer den Spiegel vor», sagt Hoffman.

In diesem Sinn sei es ein mutiger Schritt gewesen, das Album live aufzunehmen. «Aber als Musiker muss man hinter dem stehen, was man macht. Hat man Zweifel, merken das auch die Zuhörer», sagt Hoffmann. Bei ihm heisst das, dass er auch in Zukunft an seiner Art, Musik zu machen, festhalten will. «Ich mache nun seit 19 Jahren Musik. Damals wie heute sehe ich mich als Liedermacher. Daran wird sich nichts ändern», so Hoffmann.
Bereits neue Songs geschrieben

Auch an der Kommunikation mit seinen Mitmusikern will er wie bis anhin festhalten. «Ich kommuniziere nie über Noten, sondern Spiele meine Ideen den anderen vor. Daraus entstehen dann die Songs», sagt Hoffmann. Vorzüglich funktioniert das mit den Acapulco Stage Divers. Seit bald 20 Jahren sind sie gemeinsam unterwegs. Übernächstes Jahr feiert die Band Jubiläum. Dann ist auch ein neues Album angedacht. Vorher will Hoffmann aber ein weiteres Soloalbum veröffentlichen. Songs habe er bereits wieder einige zusammen. Aufnehmen will er sie in Deutschland. «Es ist das erste Mal, dass ich mich im Ausland ins Studio begebe», sagt er. Davor sind noch einige Auftritte geplant, unter anderem eine richtige Plattentaufe von «Alphabet der Nacht».

Auch mit den Acapulco Stage Divers wird er schon bald wieder auf der Bühne stehen. Am Dietiker Stadtfest werden die fünf Musiker am Sonntag,
2. September, um 15 Uhr auf dem Rapidplatz auftreten.