Weiningen

«Ich kann dem Gemeinderat nur gratulieren»

Ernst Stocker im Interview

Ernst Stocker im Interview

Volkswirtschaftsdirektor Ernst Stocker begrüsst den Entscheid, die Beschwerde zur Autobahnüberdeckung zurückzuziehen. Ganz zufrieden ist er dennoch nicht.

Herr Stocker, wie bewerten Sie die Entscheidung der Weininger Gemeindeversammlung?

Ernst Stocker: In erster Linie ist der Entscheid ein Vertrauensbeweis für den Gemeinderat. Die Leute sind mit seiner Arbeit zufrieden. Ich kann dem Gemeinderat nur gratulieren. Auch die Versammlung wurde vorbildlich geführt. Das zeigt, dass die Gemeindeversammlung ein wichtiges demokratisches Instrument ist.

Ganz zufrieden können sie aber nicht sein. Ihnen wäre es lieber gewesen, wenn auch die Beschwerde zur Verschiebung des Halbanschlusses zurückgezogen worden wäre, weil Sie befürchten, dass das Ausbauprojekt weiter verzögert wird?

Ja, das ist so. In dieser Beziehung hat der Weininger Gemeinderat eine andere Meinung. Es ist aber meine Aufgabe als kantonaler Verkehrsdirektor, den Sachverhalt aus gesamtzürcherischer Sicht zu betrachten. In der Schweiz und im Kanton wollen die Leute, dass es am Gubrist endlich vorwärts geht. Selbst im Limmattal mehren sich die Stimmen, die einen raschen Ausbau fordern.

Immerhin ist die Beschwerde zur Überdeckung vom Tisch. Allerdings gibt es Befürchtungen, dass die 100-Meter-Variante gar nicht realisiert wird, weil das Bundesamt für Strassen (Astra) lediglich zu einer Projektierung einer solchen verpflichtet wurde. Was entgegen Sie diesen Leuten?

Sollte es tatsächlich so weit kommen, dass das Astra eine 100 Meter lange Überdeckung nicht realisieren will, wäre das ein Verstoss gegen Treu und Glaube. Der Vizedirektor des Astra hat mir zwei Mal bestätigt, dass nun eine 100 Meter lange Überdeckung gebaut wird.

Der Kanton Zürich wird sich also weiterhin dafür einsetzen, dass Weiningen zu einer Überdeckung kommt?

Ja. Wir haben immer gesagt, dass es uns wichtig ist, für Weiningen eine gute Lösung zu finden. Gleichzeitig wollen wir aber auch einen möglichst raschen Ausbau. Jetzt liegt eine gute Lösung vor. Auch deshalb, weil es lange hiess, dass Kanton und Gemeinde den grössten Teil der Überdeckung zahlen müssen. Da nun das Astra verpflichtet wurde, eine Überdeckung zu projektieren, wird der Bund diese Kosten übernehmen.

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