Urdorf

«Ich kam mit dem Kamm kaum noch durch die Haare»

Momentan trägt er den Bart kürzer, doch Bernhard Bösch lässt seine Gesichtsbehaarung wieder wachsen. gep

Momentan trägt er den Bart kürzer, doch Bernhard Bösch lässt seine Gesichtsbehaarung wieder wachsen. gep

Der Bart-WM-Drittplatzierte Bernhard Bösch lässt nichts ausser Shampoo an seine Gesichtsbehaarung. Die Teilnahme an der Bartweltmeisterschaft war für den 64-jährigen Urdorfer Neuland.

Bernhard Bösch blickt kritisch in den Spiegel und fährt sich mit der Hand durch seinen Bart. Von der Haarpracht, die ihm Ende Mai noch bis zur Brust reichte, ist nicht mehr viel übrig. Kurz, nachdem der Schulhausabwart an der Bart-WM in Urdorf Bronze in der Kategorie «Vollbart Freestyle» ergatterte, schnitt er die Gesichtsbehaarung radikal zurück. «Ich kam mit dem Kamm kaum mehr durch die Haare», sagt Bösch. Ein Bart müsse unbedingt gepflegt aussehen.

Die Teilnahme an der Bartweltmeisterschaft war für den 64-jährigen Urdorfer Neuland. «Ich war überrascht, mit welchen Utensilien die anderen Teilnehmer aufkreuzten. Einige hatten sogar einen eigenen Stylisten dabei, der ihnen den Bart zurechtzupfte und frisierte», sagt Bösch und schmunzelt bei der Erinnerung an den Event. Er selbst hatte sich mehr aus Neugier für die WM angemeldet. «Nie hätte ich damit gerechnet, dass ich tatsächlich einen Preis gewinne.» Weitere drei Urdorfer Teilnehmer gingen am Wettbewerb leer aus.

Mit Haarshampoo waschen

An einer weiteren Meisterschaft teilzunehmen, kommt für Bösch dennoch nicht infrage. Diese Haarmittelchen, Klammern und Haarfestiger – das alles sei nichts für ihn. Er lasse sich zwar nun wieder einen langen Bart wachsen, wasche diesen aber lediglich mit herkömmlichem Shampoo und lasse ihn lufttrocknen. «Dann geht er jeweils auf wie ein Hefezopf im Ofen. Es ist herrlich zu beobachten, wenn er ein richtig schönes Volumen bekommt.»

Wie die anderen bärtigen Weltmeister ihre Gesichtsbehaarung pflegen, kann sich Bösch nicht ganz erklären. «Ich würde beispielsweise gerne wissen, wie die zu Bett gehen», so Bösch. Wahrscheinlich könne man nur noch auf dem Rücken schlafen, um das Barthaar nicht aus der Form zu bringen. Da sei ihm sein Schlaf doch noch wichtiger als sein Bart.

Sowieso seien die Bartwettbewerbsteilnehmer ein spezielles Volk. «Sie reisen durch die ganze Welt und haben sogar Fans, die sie dorthin begleiten», so Bösch. Berliner, Süddeutsche, Schweizer, Italiener seien an der Weltmeisterschaft in Urdorf dabei gewesen. Einige von ihnen machten dies sogar hauptberuflich. «Obwohl ich bald pensioniert bin und Zeit für solche Spässe hätte, kommt das für mich nicht infrage», so der Urdorfer.

Seit 40 Jahren ein Bartträger

Ein Leben ganz ohne Bart könnte sich Bösch aber nicht vorstellen. Er trägt seit 40 Jahren einen – auch weil er seiner Frau damit am besten gefällt. Zu Beginn zierte sein Gesicht lediglich ein Oberlippenbart. «Meine Frau meinte aber, das schmeichle meiner Gesichtsform nicht.»

Bösch will sich zwar nicht mehr an Wettbewerben messen, doch er ist nun gespannt, ob er es schafft, seinen Bart noch länger wachsen zu lassen als letztes Mal. Das Resultat habe ihm nämlich sehr gut gefallen. «Ich fühle mich sehr wohl mit Vollbart.»

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