Am Sonntag ging Jackie Rubis 20 Jahre lange Ära als Betreiberin des Unterengstringer Orgelsuriums mit zwei ausverkauften Konzerten zu Ende. Gleichzeitig wurde sie in die Kirchenpflege der Reformierten Kirchgemeinde Weiningen gewählt. Obwohl sie nicht kandidiert hatte. Die Ausgangslage: Es gab zwei freie Sitze und nur einen Kandidaten. Das war André Kuchen, der dann mit 262 Stimmengewählt wurde. Von den vereinzelten Stimmen entfielen die meisten auf Rubi: Und zwar deren fünf.

Insgesamt waren 3261 Personen aus den Gemeinden Weiningen, Unterengstringen, Geroldswil und Oetwil stimmberechtigt. Doch die Hoffnungen der Stimmbürger, die Rubi auf den Zettel geschrieben haben, werden nicht erfüllt: «Ich werde die Wahl ablehnen», sagt Rubi auf Anfrage. «Ich habe ja erst gerade mit dem Orgelsurium aufgehört», so Rubi. «Da will ich mir mit diesem Amt nicht wieder etwas auferlegen. Vor allem, weil man die Arbeit ja nicht auswählen kann.»

Ressort war schon besetzt

Vor dem ersten Wahlgang vom 15. April habe Sie mit Simon Plüer, dem Präsidenten der Kirchenpflege, darüber gesprochen, ob sie sich für das Amt zur Verfügung stellen soll. Dann hat sie sich dagegen entschieden, weil das Ressort Gottesdienst und Musik bereits besetzt war.
«Ich war schon recht überrascht von meiner Wahl», sagt Rubi. Doch warum haben sich überhaupt einige Personen entschieden, Rubi auf den Wahlzettel zu schreiben, obwohl sie nicht kandidiert hatte? Die Wahl sei wohl teilweise damit erklärbar, dass sie viel für die Kirche mache, etwa als Präsidentin des Vereins «Neue Orgel Weiningen», sagt Rubi, die von den Lesern dieser Zeitung zur Limmattalerin des Jahres 2017 gewählt worden war.

Das Amt als Kirchenpflegerin wäre aufwendig gewesen. «Es entspricht ungefähr einem Arbeitspensum von 10 bis 20 Prozent», sagt Simon Plüer. Das Gremium hat die Aufgabe, die Geschäfte der Kirchgemeinde zu führen. Entlöhnt wird das mit einer steuerfreien Spesenpauschale von 2000 Franken und 1600 Franken an ordentlichen Sitzungsgeldern. Mit weiteren Sitzungsgelder kommt man so auf 6000 bis 8500 Franken pro Jahr.

Simon Wirth wäre gewählt

Hinter André Kuchen und Jackie Rubi landete auf dem dritten Platz Simon Wirth (FDP) mit vier Stimmen. Wie Rubi mit ihren Abschieds-Orgelsuriums-Konzerten hatte auch Wirth am Sonntag zu tun. Und zwar mit feiern: Er wurde zum Unterengstringer Gemeindepräsidenten gewählt. Deshalb war er laut Plüer eigentlich nicht wählbar und kann nicht in die Kirchenpflege nachrutschen. Also fehlt immer noch ein Kirchenpfleger. Kirchenpflege-Präsident Plüer sagt: «Wer an unserer Kirchgemeinde mitbauen möchte, ist herzlich willkommen.»