Schulleiter Werner Baumann strahlt, als er über die Quintessenz der Beurteilung der Fachstelle für Schulbeurteilung der Bildungsdirektion spricht. Von Januar 2011 bis Ende Juni waren die Leute der Bildungsdirektion an der kleinen Primarschule mit ihren 100 Schüler inklusive Kindergärtler zugegen. «Ich bin stolz auf den ausgezeichneten Bericht der Schulevaluation», sagt Werner Baumann. Seinen Stolz kann er belegen: Wenn man die Aussagen von den Schülern zum Klima an der Schule und zum Unterricht nimmt und dies vergleicht mit der hohen Kenntnis der Regeln, dann könne man sagen, die Schüler würden sich wohl fühlen trotz klar abgemachter Regeln.

Die Zahlen sind in der Tat erstaunlich. Die Schüler fühlen sich gemäss Umfrage zu 100 Prozent wohl an der Schule. 96 Prozent bestätigen, sie würden von den Lehrpersonen ernst genommen. Ganze 98 Prozent sagten aus, sie wüssten genau, welche Regeln an der Schule gelten würden. Diese Aussagen werden auch von den Eltern unterstützt. Zum Beispiel beurteilen alle 49 teilnehmenden Mittelstufenschüler als gut oder sehr gut, was ihren Wohlfühlfaktor betrifft. 98 Prozent der befragten Eltern bestätigten die Aussagen der Kinder.

Hohe Werte beim Lernen

Bei der Auswertung über das Lehren und Lernen an der Primarschule ergaben sich ebenfalls sehr hohe Beurteilungen. Da gab es Fragen wie «Meine Klassenlehrperson weist uns jeweils darauf hin, was besonders wichtig ist», «Wenn ich etwas nicht verstehe, kann ich meine Klassenlehrperson bitten, es mir zu erklären», «Ich finde den Unterricht meistens abwechslungsreich» oder «Meine Klassenlehrperson versteht es gut, bei mir Interesse und Neugier zu wecken». Bei diesen Fragen schnitt die Schule bei den Schülern mit zwischen 92 und 96 Prozent Zustimmung ab.

Schüler- und lernzielorientiert

Die Fachstelle für Schulbeurteilung kommt bei der Beschreibung der Praxis der Primarschule zu einem guten Schluss: «Die Unterrichtsentwicklung der Primarschule Aesch geht seit einigen Jahren Richtung schüler- und lernzielorientiertem Unterricht.» Das bedeute: Die Schule richte den Unterricht in den Fächern Mathematik und Deutsch strikte auf die Lernziele aus. Die Schüler würden ein individuelles Merkheft führen.

Die Lernenden beendeten eine Lernsequenz mit einer Lernzielkontrolle. Einmal pro Woche finde eine Lektion ALF (arbeiten, lernen, forschen) mit der Klasse und zwei Lektionen Projektarbeit in altersgemischten Gruppen statt. In diesen Lektionen bearbeiteten die Schüler selbsttätig und zielorientiert Themen nach ihren Interessen. Die Ergebnisse ihrer Forschungen präsentieren die Lernenden in der eigenen Klasse.

Viel Respekt untereinander

Schulpräsidentin Petra Mörgeli ist ebenfalls sehr stolz auf die Schule. «Lehrpersonen und Schulleiter haben enorm viel geleistet. Man kann mit einer Idee kommen, und sie wird umgesetzt.» Der Schulleiter ergänzt: «Auch Ideen von Eltern probieren wir umzusetzen.»

Als Grund für den Erfolg sieht die Schulpräsidentin das gute Klima zwischen Lehrpersonen, Behörden. Eltern und Kindern. «Alle haben Respekt voneinander und sind offen für Neues. Das Altbewährte hat dennoch seinen Platz. Es sind Traditionen wie Schulweihnacht, Projektwoche, etc.» Baumann verweist zudem auf die Schulsozialarbeit, die in Aesch mit einer 20-Prozent-Stelle ausgestattet ist. «Sie ist ein wesentlicher Bestandteil dafür, dass es gut läuft.

Verbesserungen sind möglich

Trotz allen Lobs hat die Fachstelle zwei Verbesserungsmöglichkeiten gefunden. Erstens sollen die Lehrpersonen mit kleineren Pensen aktiver in den Informationsfluss und in die Unterrichtsentwicklung einbezogen werden, zweitens soll die Beurteilung von Schülerleistungen für die Eltern besser nachvollziehbar sein.

Zum zweiten Punkt erklärt Schulleiter Werner Baumann, man gehe mit einer Arbeitsgruppe dahinter und schaue nach Optimierungsmöglichkeiten. Das sei im Umsetzungsplan drin.

Was macht die Schule nun mit diesem guten Ergebnis? Baumann: «Unser Ziel ist, das Niveau zu halten. Zudem wollen wir die letzten Optimierungsmöglichkeiten voranbringen, zum Beispiel die Elterninformation.»