Dietikon
Hydrologisches Gutachten zum Gebiet Silbern-Lerzen-Stierenmatt fehlt immer noch

Pro Natura legte Rekurs gegen den Gestaltungsplan ein, nachdem das Volk den Gestaltungsplan vor mehr als einem Jahr guthiess. Dies veranlasste den Kanton zwei externe Gutachten in Auftrag zu geben. Das biologische Gutachten ist bereits vorhanden.

Bettina Hamilton-Irvine
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Nicht alle haben dieselben Vorstellungen für das Dietiker Industriegebiet SLS: Blick über die Reppisch auf die Heimstrasse. BHI

Nicht alle haben dieselben Vorstellungen für das Dietiker Industriegebiet SLS: Blick über die Reppisch auf die Heimstrasse. BHI

Limmattaler Zeitung

Über ein Jahr ist es her, seit das Dietiker Stimmvolk am 11. März 2012 nach einem hochemotionalen Abstimmungskampf den Gestaltungsplan im Gebiet Silbern-Lerzen-Stierenmatt (SLS) genehmigte. Er ist aber nach wie vor nicht rechtsgültig.

Der Grund: Lange Zeit blockierten drei Rekurse die Umsetzung des Volksentscheids. Zwei davon kritisierten die Konzentration der Verkaufsnutzung im westlichen Teil des ehemaligen Industriegebiets. Diese sind nun beide erledigt, wie Stadtplaner Jürg Bösch gestern auf Anfrage sagte: «Beide Rekurse sind im Grundsatz abgewiesen worden.»

Biologisches Gutachten liegt vor

Der dritte Rekurs des Schweizer Vogelschutzes und von Pro Natura ist zurzeit sistiert. Er veranlasste den Kanton im letzten Herbst dazu, zwei externe Gutachten in Auftrag zu geben. Obwohl sie ursprünglich per Ende 2012 erwartet wurden, liegt bisher aber erst das biologische Gutachten vor, wie Bösch sagt. Es soll unter anderem Aufschluss darüber geben, wie die vorgesehene Planung die Vögel im angrenzenden Naturschutzgebiet beeinträchtigen könnte. Das hydrologische Gutachten, das sich mit Störungen der Grundwasserströme befasst, ist aber noch immer ausstehend. «Wir haben eigentlich Mitte April damit gerechnet», sagt Bösch. «Aber der Zeitplan war etwas zu optimistisch.»

Der Stadt Dietikon sind zurzeit die Hände gebunden: Da der Kanton für die Schutzmassnahmen im Naturschutzgebiet zuständig ist, koordiniert er die weiteren Schritte. Wenn beide Gutachten da sind, muss zuerst in Absprache mit den zuständigen kantonalen Amtsstellen und den Rekurrenten entschieden werden, was die Resultate für den Gestaltungsplan bedeuten. Bösch nennt diesen Prozess «Übersetzungsarbeit».

Es kann noch dauern

Wann der Gestaltungsplan festgesetzt werden kann, hängt davon ab, ob aufgrund der Gutachten noch grössere Anpassungen vorgenommen werden müssen. Möglich wäre beispielsweise, dass eine Abstandszone zum Naturschutzgebiet ausgeschieden werden muss. Sicher ist, dass sich der Prozess noch einige Monate in die Länge ziehen wird.

Der Gestaltungsplan sieht im östlichen Teil des Gebiets Wohnen vor, die verkehrsintensiven Geschäfte konzentrieren sich im Westen. Entlang der Bahngleise sollen bis zu 70 Meter hohe Häuser möglich sein. Durch den gewonnenen Raum soll der Silbern-Platz gesichert werden.