Der Rehriss von Bergdietikon gibt weiter zu diskutieren. Mittlerweile dreht sich alles um Erziehungsmethoden bei Hunden. Dies, seit sich der Urdorfer Hundetrainer Werner Germann in der Ausgabe vom 20. Februar dazu geäussert hatte, wie man Hunde davon abhalten kann, dem Jagdinstinkt zu folgen und Rehe zu reissen.

In der Ausgabe vom Samstag konterte Germann nicht zuletzt dem Vorwurf er wende tierquälerische Methoden an, wie ihm dies Roman Huber, Hundetrainer und Journalist aus Baden tags zuvor vorgehalten hatte.

Der Situation angepasste Methode

Doch auch die «Stiftung für das Tier im Recht» mit Sitz in Zürich meldete sich. In einem Brief schreibt die stellvertretende Geschäftsführerin Vanessa Gerritsen, der Urdorfer Hundetrainer «schlage Methoden vor, die unter den Vorgaben der Tierschutzgesetzgebung kritisch betrachtet werden müssen». So müssten etwa Verhaltenskorrekturmassnahmen «der Situation angepasst» erfolgen, wobei übermässige Härte klar verboten sei. Bei Welpen, die ihr Sozialverhalten formen müssen, so Gerritsen, bereits mit hartem Leinenruck ein natürliches Beutetriebverhalten zu unterdrücken, ist dabei höchst fragwürdig. Und weiter schreibt Gerritsen: Es frage sich, ob die Anforderungen der Tierschutzverordnung hierbei noch eingehalten würden.

Die stark auf Unterordnung basierende alte Schule der Hundeerziehung halte keineswegs, was sie verspreche: nämlich ein Tier, das stets unter Kontrolle gehalten werden könne. Tiere seien keine Maschinen, und klassische Unterordnungsmethoden, die der Hund nicht nachvollziehen könne, führten erfahrungsgemäss eher zu Unberechenbarkeit denn zu einem sozialen Verhalten, so Gerritsen abschliessend.

Kein Zuckerbrot und Peitsche

Auch Hundetrainer Roman Huber kritisiert erneut: Das vom Urdorfer Trainer genannte «Zusammenwirken von Positiv- und Negativerfahrungen» - also Zuckerbrot und Peitsche - nutze bei Hunden nichts. Man vergesse, dass «der Hunde nicht so denkt wie der Mensch oder das Kind, und darum auch nicht imstande ist, bewusst das tut, was wir für falsch erachten». (jk)