Dem Unterengstringer Jagdaufseher Urs Hilfiker bot sich nach einer Meldung eines Spaziergängers im Hardwald ein schreckliches Bild. Ein weibliches Reh wurde von einem Hund gerissen. Darauf lassen die Biss- und Frassspuren an den Hinterbeinen und am Hals schliessen. Dies sei typisch für einen Hund, sagt Hilfiker. So würde der Fuchs zuerst den Bauchraum zum Fressen eröffnen, der Luchs hingegen tötet mit einem kaum sichtbaren Biss in der Kehlkopfgegend.

Beim toten Tier handelt es sich um das erste gerissene Reh dieses Jahrs, so Hilfiker. «Es komme aber immer wieder vor, dass ein Hund ein Reh reisst», sagt der Jagdaufseher und verweist auf die Definition im Hundegesetz des Kantons Zürich. Im Unterschied zum Kanton Aargau gilt in dieser kritischen Zeit hier keine generelle Leinenpflicht. Vielmehr wird auf die Selbstkontrolle der «Hündeler» gehofft.

So hält das Hundegesetz lediglich fest, dass ein Hundehalter seinen Hund in Wäldern und an Waldrändern sowie bei Dunkelheit im Freien in Sichtweite auf kurzer Distanz zu halten hat. Wie lange diese Strecke allerdings sein darf, ist nicht genauer definiert. Laut Urs Hilfiker gäbe es durchaus auch Hundehalter, die andere darauf aufmerksam machen, ihre Hunde an die Leine zu nehmen: «Das ist auch schön. So muss man nicht die ganze Zeit mit dem Finger aufeinander zeigen.» Allerdings hat die Gemeinde Unterengstringen im besagten Waldstück einen generellen Leinenzwang erlassen.

Appell an Hundehalter

Hundehalter, die sich nicht an die Regeln halten, werden mit Bussen bestraft. Wird ein Hund beim Wildern erwischt, muss sein Halter mit einer Verzeigung beim Statthalter und einer Verwarnung durch die Jagdgesellschaft rechnen. Bei wiederholtem Fall könnte sogar das kantonale Veterinäramt einschreiten. Dieses kann dem Hundebesitzer weitere administrative Vorgaben wie Leinen- und Maulkorbpflicht auferlegen.

Damit das aber nicht passiert, sind die «Hündeler» aufgefordert, der Natur und den Wildtieren Sorge zu tragen. «Umsichtige Hundehalterinnen und Hundehalter führen ihre Hunde auch ausserhalb des Waldes an der Leine, um für Jungtiere gefährliche und wie in diesem Fall tödliche Begegnungen zu vermeiden», sagt Hilfiker.