Urdorf
Hummeldumm, eine Geschichte über skurrile Ferien in Afrika

Die Urdorfer Gemeindepräsidentin Sandra Rottensteiner las anlässlich der «KultURDORFtage» aus Tommy Jauds Buch «Hummeldumm» und entführte das Publikum auf eine Reise durch Namibia.

Christian Murer
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Die Urdorfer Gemeindepräsidentin Sandra Rottensteiner las aus dem Comedy-Roman «Hummeldumm».

Die Urdorfer Gemeindepräsidentin Sandra Rottensteiner las aus dem Comedy-Roman «Hummeldumm».

Christian Murer

In der Bibliothek des Bachschulhauses unternahm an diesem späten Freitagnachmittag die Urdorfer Gemeindepräsidentin Sandra Rottensteiner eine Reise durch Namibia. «Sitzreihe 12 war die letzte, die zwischen Tortellini und Hühnchen wählen durfte. Ich sass in Reihe 13. Schon auf dem Hinflug hätte mir klar sein können, dass der Jahresurlaub zum Albtraum wird.» So beginnt «Hummeldumm», der vierte Roman des Comedy-Preisträgers Tommy Jaud, der als freier Autor in Köln lebt.

Im Rahmen der «KultURDORFtage» stellte die Gemeindevorsteherin ihr Lieblingsbuch vor. Da spielen neun Trottel mit albernen Wanderkleidern und läppischen Sonnenhüten, 271 gar nicht mal so wilde Tiere, 3877 Kilometer Schotterpiste im Minibus sowie ein nicht funktionierendes Handynetz eine nicht unwichtige Rolle.

So richtig die Ferien vermiesen

Kurz zum Inhalt: Matze und Sina sind seit sieben Jahren ein Paar und leben in Köln. Dort entdecken sie eine Eigentumswohnung, die ihnen so gut gefällt, dass sie sofort den Kaufvertrag unterschreiben wollen. Zudem geht es gleich für zwei Wochen nach Namibia – das sollte ein unvergesslicher Ferientrip werden. Doch der Rest der Reisegruppe lässt Matzes Herz nicht gerade höher schlagen: Vom nervtötenden Ehepaar Gruber, dem Seppelpeter aus Bamberg, dem knackigen Kevin Schnabel, der Schweizerin Trixie, zum Wetterfloh Brenda Schiller und ihrem Düsseldorfer Freund Max Breitling ist alles dabei, was einem die Ferien so richtig vermiesen kann. Und als Matze die Mitteilung erreicht, dass er vergessen hat, die Reservationsgebühr für seine Traumwohnung zu überweisen, fängt das Reisefiasko erst so richtig an. Es folgt eine Jagd nach Handynetz, Adaptern und Internetzugang – und dies mitten in Afrika.

Doch Rottensteiner schlug auch ernstere Töne an. «Ich drückte meine Nase ans Busfenster und blickte hinaus ins weite Land. Die Namibier winkten uns und lachten. Klar lachten sie, sie waren ja frei. Wir nicht. Wir waren die in Blech gepackte Rache für die deutsche Kolonialzeit», hiess es da zum Beispiel gegen Ende des Buches.

Klar und verständlich las Sandra Rottensteiner aus ihren Lieblingsbuch «Hummeldumm». Und sie hatte die Lacher von gut zwei Dutzend Zuhörerinnen und Zuhörern ganz auf ihrer Seite. So gelang es Sandra Rottensteiner ausgezeichnet, die Anwesenden während Dreiviertel Stunden mit der Situationskomik und dem Wortwitz des Buches glänzend zu unterhalten. Diese hatten hörbar ihren Spass an der skurrilen Feriengeschichte.