Unterengstringen
Hotel mit rund 70 Zimmern in Planung – so sollen Forscher nach Döttingen gelockt werden

Läuft alles nach Plan, eröffnet eine Firma aus Unterengstringen bis 2022 im Zurzibiet ein Hotel mit rund 70 Zimmern. Es gibt aber Kritiker.

Daniel Weissenbrunner
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Unweit des AKWs Leibstadt soll das Aparthotel gebaut werden.

Unweit des AKWs Leibstadt soll das Aparthotel gebaut werden.

Visualisierung: zvg

Noch bis Ende Monat liegt in Döttingen ein Baugesuch auf, das im Ort für Gesprächsstoff sorgt. Ein Unternehmen aus dem zürcherischen Limmattal plant in der Gemeinde im Unteren Aaretal ein Aparthotel im Mittelklasse-Segment. Die 69 Zimmer teilen sich in Studios, Juniorsuiten und Suiten auf. Vorgesehen ist auch ein Gastronomie-Bereich, in dem ein Restaurant mit Bar und ein À-la-carte-Restaurant die Gäste dereinst verwöhnen soll. Dazu kommen eine Tiefgarage mit 80 Parkplätzen und 20 Aussenparkplätze für Kurzzeitparking.

Im Döttingen kursiert die Frage, warum in einem Ort mit begrenzt touristischer Anziehungskraft ein derartig ambitioniertes Projekt realisiert werden soll. Der zuständige Projektleiter einer Firma aus Unterengstringen erklärt, dass Marktstudien existieren, die ein klares Bedürfnis in der Region für ein Aparthotel nachweisen würden. «In Zeiten politischer Unsicherheiten und Angst vor Pandemien gewinnt der heimische Markt an Bedeutung», so der Projektleiter. Ein wichtiger Faktor sei aber die Nähe zum Paul-Scherrer-Institut in Villigen. «Das PSI beschäftigt rund 2100 Mitarbeiter. Im Jahr 2017 kamen beispielsweise mehr als 2500 Forscher aus über 60 Nationen hierher.» Ausserdem entstünden in den nächsten Jahren temporäre Arbeitsplätze durch den Rückbau des Atomkraftwerks Beznau.

Im Bereich Hotellerie habe das untere Aaretal sicher noch Erweiterungspotenzial und in Anbetracht der Nähe zum PSI und dem Park Innovaare könne das Projekt sicher positiv betrachtet werden, pflichtet Gemeindeammann Peter Hirt dem Bauherrn bei.

Kritische Stimmen gibt es allerdings noch aus einem anderen Grund: Es geht um die Person des Projektleiters. «Beobachter» und «NZZ am Sonntag» mahnten einst zur Vorsicht zu viel sei mit ihm in den Vergangenheit schief gegangen. Der Projektleiter erklärt, dass er nichts zu verbergen habe. Gegen die Berichterstattung in diversen Medien wehrt er sich auf rechtlichem Weg.

Die Gemeinde Döttingen will sich zur Vergangenheit des Bauherrn nicht äussern. Da keine entsprechenden Informationen vorliegen, werde man nicht auf angebliche Anschuldigungen antworten, sagt Peter Hirt. Es sei aber so, dass die Eingabe eines Bauvorhabens durch die Gemeinde auf die baurechtlichen Aspekte geprüft werde und zivilrechtliche Aspekte keinen Einfluss haben dürfen.

Finanzierung durch Investor gesichert
Gemäss Bauherr ist die Finanzierung in Döttingen nach Rechtskraft der Baubewilligung für das Aparthotel durch eine Investorin sichergestellt. Die Baukosten für das Projekt belaufen sich auf rund 12,3 Millionen Franken. Sollte es keine Verzögerungen geben, wäre der Baubeginn im Herbst dieses Jahres vorgesehen. Die Eröffnung des Hotels wäre im Winter 2021/22 geplant.

Würde das Vorhaben umgesetzt, entstünde im Bezirk Zurzach das zweitgrösste Hotel nach dem Parkhotel in Bad Zurzach.

(Hinweis der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 2. Dezember 2020 aufgrund rechtlicher Bestimmungen, die vom im Text erwähnten Projektleiter angestrebt worden waren, anonymisiert.)

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