Aufsteigender Rauch, zahlreiche Einsatzfahrzeuge und rund 135 Angehörige von Feuerwehr, Polizei und Sanität – so präsentierte sich am Mittwoch am späten Nachmittag die Baustelle der dritten Röhre des Gubrist-Tunnels: Zwei Jahre nach dem Spatenstich und ein Jahr nach Tunnelanschlag in der dritten Röhre des Gubristtunnels führte das Bundesamt für Strassen (Astra) eine Notfallübung auf der Tunnelbaustelle durch. Rund 120 Bauarbeiter sind hier täglich mit teilweise schwerem Gerät im Einsatz – der Sicherheit komme daher ein hoher Stellenwert zu, wie das Astra schreibt. Als Bauherr hat es zusammen mit der Bauleitung und dem Bauunternehmer sowie den Blaulichtorganisationen schon während der Planungsphase des Projektes ein umfangreiches Notfallkonzept für den Ereignisfall ausgearbeitet.

Grossaufgebot an der Übung

Um das Konzept auf seine Praxistauglichkeit zu prüfen, fand unter dem Titel «Conservatio» (heisst: retten, erhalten, bewahren) eine Einsatzübung auf der Gubrist-Tunnelbaustelle statt. An der Übung waren rund 135 Personen von der Kantonspolizei Zürich, von den Feuerwehren Opfikon, Regensdorf, Schutz & Rettung Zürich und Dietikon, von der Gebäudeversicherung Kanton Zürich, vom Rettungsdienst, von der Gemeindepolizei Regensdorf sowie vom Bauunternehmer und von der Bauleitung beteiligt.


Das Szenario der Übung ging von einer Kollision zwischen einem Dumper-Lastwagen und einem Jeep mit Verletzten und nachfolgendem Brand im Tunnel aus. Und so drang denn auch kurz nach 16 Uhr eine künstlich erzeugte Rauchwolke aus dem Tunnelportal. Die aufgebotenen Einsatzkräfte sicherten die Baustelle, bekämpften das «Feuer» im Tunnel und retteten die «Verletzten» aus dem Unfallbereich sowie die Eingeschlossenen aus dem Tunnel-Rettungscontainer. Dabei forderte das spezielle Übungsgelände mit dem bereits rund 1000 Meter langen, komplett verrauchten Tunnel die Beteiligten zusätzlich.

340 Meter in der neuen Gubriströhre: So frisst sich die Teilschnittmaschine durchs Gestein

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Sechs Monate nach dem Baustart sind 120 Tunnelbauer 340 Meter in das Nadelöhr am Gubrist vorgestossen: Die Bevölkerung kann sich am Tag der offenen Tunnelbaustelle am 26. Mai ein Bild machen über die Fortschritte beim 1,55 Milliarden Franken schwerem Nordumfahrungsprojekt.


Nach Abschluss der Übung tauschten sich die Übungsleitung sowie die Verantwortlichen von Polizei, Feuerwehr und Sanität in einer kritischen Runde über ihre Erfahrungen aus.
Roland Hug, Astra-Projektleiter für den Bau der dritten Gubrist-Röhre und Leiter der Einsatzübung, zeigte sich zufrieden: «Es wurde sehr professionell, ruhig und konzentriert gearbeitet, auch im anspruchsvollen Mit- und Nebeneinander der verschiedenen Einsatzorganisationen.» Die Übung verlief ohne Zwischenfälle und ohne Beeinträchtigung für den Verkehr, der in den beiden andern Gubrist-Röhre weiter fliessen konnte.
Im Nachgang der Übung werden nun alle Erkenntnisse detailliert ausgewertet und allfällige Verbesserungen und Ergänzungen am Notfallkonzept vorgenommen.