Bergdietikon
Holzerfäscht: Bergdietikon lässt die Holzspäne fliegen

Unter Hunderten von Schweizer und Aargauer Fähnchen stehen lange Reihen von Festbänken. Es riecht nach gebratenem Fleisch, frittierten Kartoffeln und Kuchen. Ausserhalb des riesigen Festzeltes rennen Kinder fröhlich umher.

Daniel Andrés Egli
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Holzerfäscht: Bergdietikon lässt die Holzspäne fliegen
7 Bilder
Mit voller Wucht rammt der Holzfäller die Axt ins Holz
Das Holzerfäscht präsentiert sich farbenfroh
Das Pfüdi-Rennen fand grossen Anklang
Die Show ist nichts für schwache Nerven
Der Endspurt beim Pfüdi-Rennen
Ein Fest für das frohe Miteinander – das soll das Holzerfäscht sein

Holzerfäscht: Bergdietikon lässt die Holzspäne fliegen

AZ

Im Hintergrund spielt eine Volksmusik-Band einen Klassiker nach dem andern und auf einem grossen Transparent am Eingang des Schulhausgeländes von Bergdietikon steht in fetten Lettern: Herzlich willkommen beim ersten Bergdietiker Holzerfäscht.

Ein jährliches Dorffest

«Es ist ein Versuch und mir müssen schauen, auf wie viel Resonanz dieser stösst», sagt Werner Weibel vom dreiköpfigen Organisationskomitee. Eigentlich findet das Dorffest in Bergdietikon nur alle drei oder sogar vier Jahre statt. Das war Weibel zu wenig und so kam während der Weihnachtszeit des letzten Jahres die Idee auf, ein alljährliches Dorffest ins Leben zu rufen.

«Viele waren zu Beginn skeptisch», meint Weibel. Das sei viel zu kurzfristig. Das klappe niemals. So habe es von verschiedenster Seite her geheissen. Doch der Bergdietiker Gemeindeammann, der Gemeindeschreiber und Werner Weibel liessen sich von solchen Einwänden nicht beeindrucken. Schliesslich konnte man für das Fest grösstenteils auf bestehende Infrastrukturen zurückgreifen. «Das Hauptproblem war wie immer, genügend Helfer zu organisieren», meint Weibel. Doch irgendwie habe es noch immer geklappt; und wenn man sich diesen Samstag auf dem Festgelände umschaut, müssen auch die anfänglichen Skeptiker zugeben: Doch, das wird ein gutes Fest.

Warum eigentlich «Holzerfäscht»?

Vor den zwei grossen Highlights des Festes, einer Showvorstellung von Profiholzfällern und dem «Kampf der Gemeinden», bleibt eine Frage aber unbeantwortet: Warum heisst das Fest «Holzerfäscht»? Bei dieser Frage muss Werner Weibel vom OK kurz lachen. «Bergdietikon hat eine sehr grosse Fläche mit Wald darauf und 2011 ist das Jahr des Waldes», meint Weibel augenzwinkernd.

Der Verdacht liegt nahe, dass alle einfach eine gute Entschuldigung suchen, um passend zum Festnamen eine sehr beeindruckende Show von Profiholzfällern mitzuverfolgen, die mit wenigen Axtschlägen meterdicke Baumstämme entzwei hacken. Und um beim «Kampf der Gemeinden» – eine Neuerfindung des Organisationskomitees, bei welchem insgesamt neun Gemeinden bei Spielen wie Holzhacken auf Zeit, Holzscheite beigen oder Schubkarren stossen, gegeneinander antraten – eine gute Ausrede zu haben.

Vielleicht aber braucht man dafür gar keine Ausrede, Spass und Freude verbreitet der Anlass sowieso. Egal wie er nun heisst. Und darum geht es den Mitgliedern des OK auch: um das frohe Miteinander und das Stärken des Bewusstseins und des Zusammenhalts in der Gemeinde.