Wer in den letzten Tagen im Oberengstringer Zentrum unterwegs war, konnte beobachten, wie Arbeiter die Umgebung leicht umbauen. So wurde etwa die Unterführung mit Holz ausgekleidet. Die Anpassungen dienen als Vorbereitung darauf, dass Oberengstringen bald als Kulisse in einem Film mitspielt.

Ab kommenden Dienstag verwandelt sich der Dorfplatz in ein Filmset. Einen Monat lang wird eine Filmcrew mit je nach Tag 40 bis 50 Mitarbeitern hier ihre Zelte aufschlagen. Insgesamt stehen rund 15 Drehtage auf dem Programm. Ausser dem Arbeitstitel «Jetzt erst recht» darf inhaltlich allerdings noch nichts über die Produktion des Schweizer Fernsehens verraten werden.

Ende November sei die ausführende Produktionsfirma Hugofilm Features auf die Gemeinde zugekommen, sagt Gemeindepräsident André Bender. Dann ging alles schnell. Nach einem gemeinsamen Rundgang wurde das Interesse konkret und kurz darauf waren die genauen Filmbedingungen vertraglich festgehalten. Zunächst stand vor allem die reformierte Kirche als Drehort im Fokus, doch die Filmemacher wurden im Dorfzentrum an weiteren Orten fündig.

Neben der Kirche wird mehrheitlich auf dem Dorfplatz gedreht, vereinzelt auch in der Unterführung und an einem Tag dient das Innere des Einkaufszentrums als Kulisse. «Ich finde es spannend, dass wir in Oberengstringen die Möglichkeiten haben, einen professionellen Film zu drehen», sagt Bender.

Die Hugofilm Features hat in Oberengstringen gute Bedingungen vorgefunden. «Es freut uns sehr, dass die Gemeinde so positiv auf uns reagiert hat und uns toll unterstützt», sagt Produktionsleiterin Beatrice Hallenbarter.

Michael Lüscher, Bereichsleiter Hauswartung und primäres Bindeglied zwischen Gemeinde und Filmproduktion, habe immer ein offener Ohr für die Anliegen des Filmteams. «Wir füllen quasi das Januarloch und tragen zur Belebung des Dorfplatzes bei», sagt sie in Anlehnung an die örtliche Kommission Belebung Dorfplatz.

Eigener Koch im Zentrumssaal

Mittlerweile sind die Vorbereitungen weit fortgeschritten. So musste etwa geklärt werden, wo genügend Strom bezogen werden kann, wie Material- und Beleuchtungswagen zum Set kommen und wo sie abgestellt werden können. Für die Verpflegung hat Hugofilm Features kurzerhand die Küche im Zentrumssaal gemietet, um die Filmmitarbeiter zu bekochen, wie Bender erzählt.

Im fertigen Film wird Oberengstringen als Ortschaft allerdings keine Rolle spielen. Vielmehr dienen die Kulissen als beispielhaftes Schweizer Dorf. Man darf gespannt sein, ob Ortskundige dennoch einige Details wiedererkennen werden, wenn der Film auf die Leinwand kommt. «Die reformierte Kirche wird man wahrscheinlich erkennen, weil sie sehr eindrücklich ist», meint Bender. «Wenn man mal in der Kirche war, fällt einem etwa die markante, sehr schöne Holzdecke auf.»

Einen Wunsch hat Bender, wenn das Werk fertiggestellt ist: «Wir würden den Film gerne öffentlich in Oberengstringen vorführen.» Am besten an dem jährlich statt findenden Open Air Kino. Dann könnten die Zuschauer vor Ort ihre Umgebung mit den Filmbildern vergleichen.