Die Zürcher Buslinie 31, die sich quer durch die Stadt bis nach Schlieren zieht, wurde am Samstag zum Treff für Kunstfreunde. Schwerpunkt des Kunstaktionstags «Linie 31», für das viele Galerien und unabhängige Kunsträume ihre Pforten öffneten, lag im Zürcher Kreis 4.

Wer sich allerdings mit dem Bus bis ans Ende der Linie nach Schlieren wagte, wurde ebenfalls reich belohnt.

Gestern startete im Rahmen des Aktionstags in der Halle.li auf dem Geistlich-Areal nämlich auch die Ausstellung «Hold the line, please». In den kommenden zwei Wochen machen die Ateliers in der alten Werkhalle einer mehrstöckigen Ausstellungsfläche platz, die sich organisch in den offenen Raum einfügt.

«Im Zuge des beschleunigten Informationszeitalters wollten wir bewusst auf Entschleunigung und Innehalten setzen, und mal einen Blick zurückwerfen», erklärt Maya Minder das Thema. Gemeinsam mit Salome Kuratli und David Morrison hat sie die Ausstellung kuratiert.

Insgesamt 27 Künstler stellen ihre Werke aus, gemeinsam ist ihnen nur das grob umrahmte Thema. Die Vielfalt ist dabei eindrücklich: Von verspielten, comicartigen Zeichnungen mit Helden und Monstern über düstere Schwarz-Weiss-Bilder mit nachdenklichen Texten bis hin zu ruhigen Fotografien.

Minder erzählt von der mexikanischen Künstlerin Paloma Ayala, die sich mit den heftigen Unruhen und Protesten in ihrem Heimatland auseinandersetzte. Die herausgekommenen Flugblätter regen zum Nachdenken an, sind aber auch explizit in grosser Stückzahl zum Mitnehmen aufgehängt worden. Kunst zum Anfassen.

Bis zum 28. März dauert die Ausstellung noch und am Abschlusswochenende warten eine Tanzperformance mit Tanzkurzfilmen und eine Gesprächsrunde mit Künstlern auf die Besucher.

Und wer sich etwas Zeit nimmt, um mit den offenen und diskussionswilligen Kuratoren ins Gespräch zu kommen, erhält auch so viele spannende Inputs, die bis tief in den Entstehungsprozess der Werke hinein gehen.

Ausstellung: Hold the line, please

Halle.li, Geistlich-Areal, Schlieren

14. bis 28. März – www.halle.li