Die Schule Dietikon geht aufs Ganze: Sie will in sechs Jahren den Schweizer Schulpreis holen. Er wird seit 2013 jährlich an Schulen vergeben – für «überdurchschnittliches Engagement» und die Gestaltung «herausragender Prozesse», wie der Verein Forum Bildung auf seiner Website schreibt. Letztes Jahr holte ihn die Oberstufe Wädenswil, die eine Lernlandschaft kreiert hat – inklusive Flüsterzone für konzentrierte Arbeit, Lerngondel für Zweiergespräche und einer Lösungsinsel, wo sich Schüler selber korrigieren können.

Den Schulpreis zu holen sei «ein hochgestecktes Ziel, oder besser: eine Vision», präzisiert Gerold Schoch, der die Schulabteilung Dietikon leitet. Doch dürfe man die Latte ruhig einmal etwas höher legen. Entstanden ist die Idee während eines Wochenendes, an dem Schulleiter und Schulpflege gemeinsam mit Schoch und Schulpräsident Jean-Pierre Balbiani darüber brüteten, wohin sich die Schule Dietikon in den nächsten vier Jahren bewegen soll. Und wie man das erreichen will.

«Das Ganze ist ein Spagat»

Entstanden ist nebst der Idee mit dem Schulpreis aber noch viel mehr. Das ganze Resultat ist ein Heftchen, welches, aufgeteilt in sechs Kapitel, darlegt, welche Ziele sich die Dietiker Schule in den nächsten vier Jahren gesetzt hat. Es ist das erste Mal, dass die Schulabteilung ihre Legislaturziele so detailliert erarbeitet hat und auch das erste Mal, dass sie sie getrennt von den restlichen stadträtlichen Zielen präsentiert.

Das Ganze sei ein Spagat, sagt Balbiani. Ein Spagat zwischen Notwendigkeit und den finanziellen Möglichkeiten. Er ist sich wohl bewusst, dass sich die Schule, die mehr Geld braucht als alle anderen Abteilungen der Stadt Dietikon, keine Extravaganzen leisten kann – insbesondere nicht jetzt, wo die prekäre finanzielle Situation eines der am meist diskutierten politischen Themen in der Stadt ist.

Trotzdem hat sich die Schule ganz viel vorgenommen: Insgesamt 17 Ziele hat sie aufgelistet. Sie reichen von «Identifikation stärken», «Sonderschulkosten reduzieren» und «Qualitätsmanagement vertiefen» über «genügend Schulraum bereitstellen» bis zu «Elternmitwirkung institutionalisieren». Zu jedem Ziel wurden ein bis zwei Massnahmen beschlossen; insgesamt sind es 29.

«Uns ist klar: Das ist eine enorme Fülle von Themen», sagt Schoch. Es gehe jedoch nicht darum, dass nun die ganze Liste Punkt um Punkt abgearbeitet werden soll: Alles umzusetzen, werde sicher nicht möglich sein. Doch: «Wir müssen eine Balance finden zwischen ganz wichtigen Themen und solchen, die wir in Paketen zusammenfassen können.» Als ganz zentrale Punkte nennt Schoch einerseits die Umsetzung des neuen Informatikkonzepts, den Umgang mit Heterogenität und die Senkung der Sonderschulkosten. Wichtig ist ihm aber auch, dass die einzelnen Themen nicht isoliert betrachtet werden: «Es hängt alles zusammen.» So wirke sich beispielsweise das Qualitätsmanagement oder die Förderung von innovativen Ansätzen positiv auf alle Bereiche aus.

Es soll kein Papiertiger werden

Schoch betont, die Legislaturziele dürften nicht nur «eine Liste von hehren Sätzen» bleiben: «Ohne dass diese Themen an der Front verankert werden, bleibt das Ganze ein Papiertiger.» Um sie zu verankern, gehe nun ein Auftrag an die Schulleitungskonferenz, Leitplanken für die Umsetzung auszuarbeiten. Diese sollen «nicht zu eng, aber auch nicht zu weit» sein, sagt Schoch. An einer Tagung Ende Februar wird das Ganze dann in Jahresprogramme heruntergebrochen. Die Schuleinheiten erstatten jährlich Bericht über die Umsetzung.