Limmattal
Hohe Brandgefahr: Kerzenverbot in Alters- und Pflegeheimen

Wegen der hohen Brandgefahr sind in vielen Alters- und Pflegeheimen Kerzen verboten. Vergessene Kerzen führten in den letzten Tagen zu Bränden in einer Wohnung und einem Geschäft.

Sarah Fuhrer
Merken
Drucken
Teilen

Lichter, Tannenzweige, Sterne: Die Alters- und Pflegeheime sind festlich dekoriert. Nur Kerzen sieht man hier kaum noch. «Auf den Zimmern sind Kerzen aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt. Die Brandgefahr ist einfach zu gross», erklärt René Brüggemann, Leiter des Seniorenzentrums «Im Morgen» in Weiningen. «Unter Aufsicht von Personal, in der Cafeteria und den Aufenthaltsräumen, haben wir echte Kerzen»», so Brüggemann. Das ist schon seit Jahren so und die Bewohner seien sehr einsichtig.

Erhöhte Brandgefahr

Auch in Dietikon und Schlieren sind Kerzen im Zimmer verboten. Christof Langhart, Leiter Pflege und Betreuung im Schlieremer Haus für Betagte Sandbühl: «Unsere Bewohner lesen in ihrem Zimmer gerne Zeitung, da könnte es schnell passieren, dass sich die Kerze daran entzündet. Viele von ihnen könnten in so einem Fall nicht mehr schnell genug reagieren. Eine andere Gefahr ist, dass sie die Kerze vergessen.» Kerzen seien nur dort erlaubt, wo mehrere Leute sie im Blick hätten oder wo Personal dabei sei.

«Einigen Bewohnern fällt es schwer, dass sie keine eigenen Kerzen mehr haben dürfen. Sie würden doch aufpassen, sagen sie. Wenn ich ihnen aber die Gründe erklären, verstehen sie, dass ein Brand hier bei so vielen Bewohnern verheerend wäre.»

Brandursache Fahrlässigkeit

In der Adventszeit steigt die Zahl der Brände in der ganzen Schweiz jeweils markant an. Eine häufige Ursache ist Fahrlässigkeit im Umgang mit Kerzen. Erst am Wochenende haben eine Wohnung und ein Lebensmittelgeschäft in Schlieren gebrannt. «Ein Grossteil der Brände ist mit einfachen Vorsichtsmassnahmen vermeidbar», erklärt Robert Nyffenegger von der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu). «Wenn der Raum verlassen wird, muss man die Kerzen immer auslöschen. Zwischen den Kerzen sollte zudem ein ausreichender Sicherheitsabstand gewahrt werden und man sollte die Kerzen rechtzeitig auswechseln. Im Brandfall gilt der Grundsatz: ‹Alarmieren, Retten, Löschen›.»

«Erstaunlich echt»

In Schlieren und Dietikon stehen an vielen Orten jetzt LED-Kerzen. «Viele unserer Bewohner haben die LED-Kerzen für echte gehalten und waren ganz erstaunt», sagt Christof Langhart. «Ihnen gefallen sie gut. Teilweise sind sie mit Wachs umkleidet und flackern richtig, das wirkt sehr echt und ist zudem ungefährlich.»

Franziska Christen vom Alters- und Gesundheitszentrum Ruggacker in Dietikon meint: «Ich würde für mein Zuhause keine LED-Kerzen kaufen, aber hier lohnt es sich einfach. Es sind zu viele Leute, die bei einem Brand in Gefahr kommen könnten.»

Für den Weininger René Brüggemann hingegen kommen LED-Kerzen nicht infrage: «Das ist für mich einfach unschön, es ist nicht dasselbe wie mit echten Kerzen. Ich habe auch das Bedürfnis danach hier noch nie gehört. An unserer Heimweihnachtsfeier haben wir ja dann eine Menge richtiger Kerzen.»