Hoffnungsschimmer für den Bruno-Weber-Park: Er hat einen neuen Stiftungsrat. Dies gab die kommissarische Stiftungsrätin Brigitte Bitterli gestern bekannt. Präsidiert wird er von der in Zürich wohnhaften Kunsthistorikerin Isabelle Cart.

Rechtsanwalt Roland Kuhn und Ökonomin Barbara Wiegand komplettieren das dreiköpfige Gremium. «Der neue Stiftungsrat besteht aus Personen, die über viel Erfahrung und Wissen in unterschiedlichen Fachgebieten verfügen», schreibt Bitterli in der Mitteilung.

Alle drei hätten sich vor ihrer Wahl intensiv mit den Problemen der Stiftung auseinandergesetzt. So sei sich der neue Stiftungsrat bewusst, dass er eine schwierige Aufgabe antrete, dennoch habe er viel Zuversicht, dass es ihm gelingen werde, die Stiftung in eine erfreuliche Zukunft zu führen, heisst es weiter.

Nicht über den Berg

Bruno Webers Witwe Anna Maria Weber zeigt sich über die Wahl des Stiftungsrates hocherfreut: «Es sind drei Persönlichkeiten, die das Werk meines verstorbenen Mannes kennen und schätzen», sagt sie auf Anfrage. Auch der Präsident des Komitees zur Rettung des Skulpturenparks, Martin Christen, verbucht die Einsetzung des neuen Stiftungsrates als Erfolg.

«Obwohl der Park noch nicht über den Berg ist, ist es wichtig, dass die Liquidierung der Stiftung abgewandt werden konnte», so Christen. Vom Gremium erhofft er sich, dass der Park nun so schnell wie möglich seine Türen wieder öffnen kann.

Wie der neue Stiftungsrat die Probleme des Parks lösen will, dazu wollte Präsidentin Cart keine Auskunft geben. «Zurzeit geben wir keinen Kommentar zu unserem weiteren Vorgehen ab», sagt sie auf Anfrage. Fest stehe derzeit nur, dass eine Arbeitsphase beginne, die mehrere Monate andauern könne. «Wenn wir konkrete Neuigkeiten zur Zukunft des Bruno-Weber-Parks haben, dann werden wir an die Öffentlichkeit treten», sagt Cart.

Fest steht auch, dass Cart einen engen Bezug zum Werk Bruno Webers hat. «Im Rahmen einer Assistenz beim Museumsleiter und Kurator Harald Szeemann, der mit Bruno Weber zusammengearbeitet hat, kam ich in Kontakt mit dessen Werken», sagt sie.

In den 1990er-Jahren habe sie den Künstler und seine Familie kennen gelernt, seither sporadischen Kontakt gepflegt. Die anderen beiden Stiftungsratsmitglieder, Kuhn und Wiegand, kannten den Künstler nicht persönlich, lernten seine Witwe Anna Maria im Zuge ihres neuen Amtes im Stiftungsrat kennen.

Erst Mitte Oktober schloss der Skulpturenpark seine Türen, dies beschloss die Aargauer Stiftungsaufsicht im August, als klar wurde, wie gross der Investitions- und Sanierungsbedarf war. Bereits eine Woche nach der Schliessung für die Öffentlichkeit zeigte sich die kommissarische Stiftungsrätin Brigitte Bitterli bereits optimistisch, was die Zukunft des Skulpturenparks angeht.

Sie sei überzeugt, dass der Betrieb früher oder später, in welcher Form auch immer, wieder aufgenommen werden könne. Bis dahin gibt es viel zu tun. Die Betonskulpturen sind teilweise beschädigt und müssen zwingend saniert werden. Die Differenzen über die Zukunft haben im vergangenen Februar zu einem geschlossenen Rücktritt des Stiftungsrates geführt. Der Investitionsbedarf beläuft sich auf zwischen 2 und 2,5 Millionen Franken.